Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Gefährliche Ostsee

Badeverbot nun auch auf Usedom

Timmendorfer Strand, 23.07.2014
Ostsee Wind Strömung Wellen

Aufgewühlte Ostsee. Das Baden ist zurzeit lebensgefährlich.

In der Ostsee sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen ertrunken. Die von der DLRG verhängten Badeverbote werden jedoch häufig ignoriert.

Blauer Himmel, Sonnenschein, die Luft ist angenehme 24 Grad warm, das Wasser hat 20 Grad. Ideales Badewetter - wenn da nicht die roten Flaggen wären, die am Timmendorfer Strand und anderen Badeorten über den Wachtürmen der DLRG flattern. Denn seit Tagen peitscht starker Ostwind das Meer gegen die Strand, macht die sonst so sanfte Ostsee zur gefährlichen Falle. "Was machen wir denn jetzt. Tasche auspacken oder umkehren", fragt ein Feriengast aus Magdeburg seine Frau und seinen Sohn. "Wir sind ja eigentlich an die Ostsee gekommen, um im Meer zu baden. Aber gegen die Natur kann man nichts machen", meint seine Frau.

Die Strömung ist gefährlich

Während die Familie aus Sachsen-Anhalt noch unschlüssig Richtung Meer blickt, tummeln sich andere Badegäste unbekümmert in den gegen den Strand tosenden Wellen. "Wir kennen uns hier aus, wir sind aus der Gegend", sagen zwei ältere Frauen, die eben aus dem Wasser kommen. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen habe der Wind jetzt etwas nachgelassen, deshalb habe sie es gewagt, ins Wasser zu gehen, sagt eine der Frauen. "Das Argument, dass man sich hier auskenne, kriegen wir häufig zu hören", sagt Philipp Knaack, der mit drei Kollegen in der DLRG-Hauptwache am Timmendorfer Strand sitzt und das Meer nicht aus den Augen lässt. Immer wieder sprechen sie Menschen an, holen sie aus dem Wasser zurück. "Doch anstatt den guten Rat anzunehmen, beschimpfen sie uns noch, und zwar Jugendliche ebenso wie Rentner", sagt Knaack. Die Gefahr gehe weniger von den Wellen aus, sondern von der Strömung, die Badenden die Beine wegziehe. "Außerdem ändert sich durch die Strömung auch die Lage von Sandbänken, was wiederum die Strömungsverhältnisse verändert", erläutert er.

Lest auch: Badeverbot an der Ostsee: Plansch-Alternativen im Norden

Der Badeurlaub an der Ostsee droht wegen Badeverboten für viele Urlauber ins Wasser zu fallen. Mit unseren B ...

Wie tückisch die Ostsee derzeit ist, belegen die Zahlen. Allein in Timmendorfer Strand, dem bei Urlaubern wie Tagesausflüglern gleichermaßen beliebten Ostseebad, musste die DLRG am Montag (21.07.) zehnmal ausrücken, um Badende vor dem Ertrinken zu retten. Für einen 62-jährigen Mann kam dabei jede Hilfe zu spät. Im Nachbarort Scharbeutz kam am Dienstag (22.07.) ein älterer Mann beim Baden ums Leben. Seit Montag warnen daher zusätzlich zu den roten Flaggen in Timmendorfer Strand auch Hinweistafeln an der Wasserlinie. "Nicht Baden. Gefährliche Strömung. Lebensgefahr", steht darauf. "Die habe ich gar nicht gesehen, auch die rote Flagge ist mir nicht aufgefallen", sagt der 24-Jährige Florian Schmidt. Der junge Mann aus Hamburg, der mit einer Gruppe für einen Tag an den Strand gekommen ist, kommt gerade aus dem Wasser. "Ich bin auch nicht weit rausgeschwommen, aber ab jetzt werde ich wohl vorsichtiger sein", sagt er nachdenklich.

Lest auch: Schwimmen und plantschen: Tipps für sicheres Baden

Während der Sommermonate locken Seen, Flüsse, Schwimmbäder und die Küsten viele Menschen nach draußen. Damit ...

Auf Nummer Sicher gehen möchte auch Michael Kau aus Euskirchen. Er fragt bei der DLRG nach, was die rote Flagge zu bedeuten habe. Als er hört, dass die absolutes Badeverbot signalisiert, reagiert er verständnisvoll. "Meine beiden Jungs können zwar schwimmen, aber bei dem Wind ist das wirklich gefährlich", sagt er und verspricht, auch andere Badegäste und deren Kinder zu informieren. Nicht überall sind die Badegäste so einsichtig. In Ahlbeck auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern musste am Wochenende die Polizei einschreiten, weil ein Gast die Rettungsschwimmer wegen des Badeverbotes beschimpfte. An den Stränden von Usedom und Rügen ist das Badeverbot, das zwischenzeitlich aufgehoben wurde, wieder ausgesprochen worden. Statt der gelben weht dort wieder die rote Flagge. (dpa)

comments powered by Disqus