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Radio Hamburg

Mörder und Kinderschänder

"Maskenmann" verrät Passwörter

Hamburg, 09.05.2017
Marin N. vor Gericht Stade 10.10.2011

"Maskenmann" Martin N. vor dem Gericht in Stade 2012.

Der Kinderschänder und - mörder, der "Maskenmann" genannt wurde, hat nun in Haft die Passwörter für seine Festplatte verraten.

Jahrelang hat der sogenannte Maskenmann die Passwörter zu seiner Computerfestplatte und anderen Datenträgern nicht verraten. Selbst IT-Experten konnten die gesicherten Daten nicht entschlüsseln. Nun hat der im Jahr 2012 in Stade verurteilte Kindermörder und Sexualstraftäter Martin N. die Codes verraten.

Lest auch: Prozess gegen "Maskenmann" : Urteil gegen Martin N.

Der "Maskenmann" Martin N. muss lebenslang plus anschließender Sicherungsverwahrung hinter Gittern.

Weitere Straftaten befürchtet

 

Welche Bedeutung haben die Datenträger für die Ermittler? Die Beamten der Sonderkommission erhoffen sich von den Daten neue Erkenntnisse. "Es ist wichtig, dass wir schauen, was sich auf den Datenträgern verbirgt, um mögliche weitere Straftaten aufzuklären oder auch auszuschließen", sagte Polizeisprecher Helge Cassens. Die Erwartung, dass auf den 2011 in der Hamburger Wohnung des Pädagogen beschlagnahmten Datenträgern brisantes Material ist, hat sich in
einer ersten Sichtung allerdings nicht bestätigt. "Bisher wurden keinerlei Bild-, Video- oder sonstige Dateien gefunden, die auf weitere Tötungsdelikte oder Missbrauchstaten durch den Verurteilten schließen lassen", teilte die Polizei mit.

Warum hat der "Maskenmann" so lange geschwiegen?

 

Die Hintergründe dafür sind unklar. Bekannt ist nur, dass die Ermittler Martin N. oft im Gefängnis besucht haben, um mit ihm zu sprechen. "Wir haben einen engen Kontakt - unregelmäßig, aber auf einer gewissen Vertrauensbasis", berichtete Polizeisprecher Cassens. Möglicherweise hat sich das Vertrauenverhältnis ausgezahlt, denn im Jahr 2016 hat der "Maskenmann" plötzlich die Passwörter genannt. Um die Ermittlung von möglichen Straftaten nicht zu gefährden, ging die Polizei erst jetzt damit an die Öffentlichkeit.

Warum konnten selbst IT-Experten die Passwörter nicht knacken?

Der Computer und die anderen Datenträger waren vermutlich mit einer Verschlüsselungssoftware und ausreichend komplexen Passwörtern gesichert. Weder die Experten im kriminaltechnischen Institut der niedersächsischen Polizei noch hinzugezogene Informatik-Professoren konnten die Codes herausfinden.

Welche Taten wurden dem "Maskenmann" bisher nachgewiesen?

Der Pädagoge hat zwischen 1992 und 2001 drei Jungen inNorddeutschland entführt, missbraucht und getötet. Zahlreiche weitere Kinder hat er missbraucht. Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den "Maskenmann" - so wurde er bekannt, weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg. Während des Prozesses vor dem Landgericht Stade hat Martin N. die meisten Taten gestanden. Im Februar 2012 wurde der damals 41-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt.

Gibt es ungeklärte Fälle, mit denen er in Verbindung gebracht wird?

Derzeit haben die Ermittler keinen weiteren konkreten Fall, für den sie Martin N. verantwortlich machen. Die genaue Auswertung der nun zugänglichen Datenträger wird aber noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Dabei haben die Beamten ungeklärte Verbrechen im In- und Ausland im Blick.

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Der "Maskenmann" Martin N. ist zu lebenslanger Haft plus anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt ...