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Radio Hamburg

Zwickauer Neonazi-Zelle

Weiterer mutmaßlicher Gehilfe festgenommen

Carsten S. soll der Zwickauer Zelle Waffen beschafft haben – will aber schon vor 12 Jahren aus der Szene ausgestiegen sein.

Karlsruhe, 01.02.12

Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren mutmaßlichen Helfer der rechtsradikalen Zwickauer Terrorzelle festnehmen nehmen lassen. Der 31-jährige Carsten S. ist laut Bundesanwaltschaft am Mittwochmorgen (01.02.12) in Düsseldorf verhaftet worden. Er soll den Mitgliedern der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Der mutmaßliche Terrorhelfer ist damit dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs vollendeten Morden und einem versuchten Mord geleistet zu haben.

Waffe für Zwickauer Zelle beschafft

Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Beschuldigte in den Jahren 1999 und 2000 im rechtsextremistischen „Thüringer Heimatschutz“ aktiv. Er soll 2001 oder 2002 eine Waffe und Munition in Jena gekauft haben, die über Mittelsmänner zu den NSU-Mitgliedern gebracht worden sind. Angesichts seiner engen persönlichen und ideologischen Verbindung zu den mutmaßlichen Terroristen soll er es billigend in Kauf genommen haben, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden konnte. Bislang ist allerdings ungeklärt, ob die Waffe tatsächlich für terroristische Straftaten eingesetzt worden ist.

Beschuldigter behauptet, schon lange keinen Draht mehr zu rechten Szene zu haben

Carsten S. hatte sich in der vergangenen Woche über seinen Anwalt an die Presse gewandt. In einer Erklärung heißt es, dass er schon im Jahr 2000 aus der rechten Szene ausgestiegen ist. „Seitdem habe ich mich davon distanziert und verabscheue jegliche Art von rechtem, rassistischem und extremistischem Gedankengut. Auch hatte ich nach 2000 keinen Kontakt mehr zur rechten Szene.“ Die Bundesanwaltschaft sieht das jedoch völlig anders. Nach Informationen der Ermittler hat Carsten S. noch bis 2003 Kontakte in rechtsradikale Kreise gehabt. Zwischenzeitlich soll er der Einzige aus dem rechtsextremistischen Umfeld des NSU gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte.

Er soll noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Gegen Zwickauer Zelle wird wegen zahlreicher Verbrechen ermittelt

Das Neonazi-Trio soll für die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin in Heilbronn 2007 verantwortlich sein. Auch zwei Bombenattentate in Köln 2001 und 2007 und mehrere Banküberfälle sollen auf ihr Konto gehen. Die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich Anfang November selbst getötet. Die einzige Überlebende des Trios, die 37-jährige Beate Zschäpe, sitzt in Untersuchungshaft. Außerdem befinden sich neben Carsten S. vier weitere mutmaßliche Unterstützer des Trios in Untersuchungshaft.