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Radio Hamburg

Stürmisches Weltraumwetter

Sonnensturm trifft auf Erde

Sonnensturm

Der größte Sonnensturm seit fünf Jahren rast auf die Erde zu.

Die Erde ist am Donnerstag von einem der stärksten Sonnenstürme der vergangenen Jahre getroffen worden.

Berlin, 08.03.2012

Einer der stärksten Sonnenstürme der vergangenen Jahre hat die Erde erreicht. Er sei deutlich stärker als der Sturm, der die Erde Ende Januar erreicht habe, sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau am Donnerstag. Erste schnelle Teilchen seien bereits eingetroffen. Der Sturm sollte noch den ganzen Tag andauern.

Über dem Norden Europas könnten am Abend bunte Polarlichter zu sehen sein. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge stehen die Chancen dafür zumindest nördlich der Mittelgebirge "gar nicht schlecht". Ein relativ schwacher Sturm sei schon am Mittwochabend messbar gewesen, erklärte Paolo Ferri vom Raumflugkontrollzentrum Esoc der europäischen Raumfahrtagentur Esa. "Wir haben jetzt Warnungen vor einem Sturm, der am Abend kommen soll." Erwartet werde, dass dieser
fünffach stärker ausfalle.

Bislang seien keine Schäden an Satelliten bekannt, sensible Geräte seien vorsichtshalber schon am Mittwoch abgeschaltet worden. Schwierig sei es derzeit, die Lageregelung der Raumsonde "Venus Express" zu kontrollieren. Die Eruption in der Nacht zum Mittwoch habe in der linken Sonnenhälfte gelegen, der Hauptsturm fliege deshalb wohl links an der Erde vorbei, sagte Curdt. "Er wird uns also vermutlich nicht voll treffen."

Ausfälle von Flügen möglich

Der Sturm im Januar habe die Erde rechts passiert. Das Gebiet auf der Sonne, in dem die aktuelle Eruption erfolgte, sei aber weiter aktiv. Es liege jetzt etwa auf der Sonnenmitte - am kommenden Wochenende sei deshalb die Wahrscheinlichkeit für gewaltige Sonnenstürme, die die Erde direkt treffen, am höchsten. Sie könnten zum Ausfall von Flügen und Stromnetzen führen - und die Satelliten in der Erdumlaufbahn beeinträchtigen.

(dpa)