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Radio Hamburg

Zeitungsbranche

Amazon-Chef kauft die "Washington Post"

Washington/Seattle, 06.08.2013
Jeff Bezos Amazon Chef

Amazon-Boss Jeff Bezos ist jetzt Zeitungsbesitzer.

Sinkende Auflagen und Anzeigeneinnahmen: Zeitungsbranche ist im Umbruch. "Washington Post" geht an Jeff Bezos.

Eine der renommiertesten Zeitungen der USA wechselt den Besitzer und geht ausgerechnet an einen Internetunternehmer: Amazon-Chef Jeff Bezos blättert 250 Millionen Dollar für die "Washington Post" hin. Damit wird ein Blatt verkauft, das seit Jahrzehnten das politische Geschehen in den Vereinigten Staaten mit prägt. So brachten Reporter der "Washington Post" in den 70er-Jahren den Watergate-Skandal ins Rollen.

Schwierige Lage der Zeitungsbranche

Donald Graham, Chef der Washington Post Company, führte am Montag die schwierige Lage der Zeitungsbranche als Grund für den Verkauf ins Feld. Auch bei der "Washington Post" waren Auflage und Anzeigeneinnahmen geschrumpft. Bezos sei ein "einzigartig guter neuer Besitzer", erklärte Graham. Wie das Medienunternehmen betonte, kauft der Amazon-Gründer die Zeitung als Einzelperson und nicht im Namen des weltgrößten Onlinehändlers. Bezos zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft und versprach: "Die Werte der "Post" werden sich nicht ändern." Die bisherigen Verantwortlichen sollen in ihren Ämtern bleiben, darunter Herausgeberin Katharine Weymouth und Chefredakteur Martin Baron.

Amazon-Gründer ist ein Superreicher

Zusammen mit der "Washington Post" gehen auch mehrere kleinere Blätter an Bezos. Er kann sich den Kauf locker leisten: Bezos besitzt nach Schätzungen des Finanzdienstleisters Bloomberg aktuell ein Vermögen von 28,2 Milliarden Dollar, das vor allem in Amazon steckt. Damit landet er in der Rangliste der Superreichen auf Rang 15. Die börsennotierte Washington Post Company stellt sich schon seit Jahren neu auf. Zu ihr gehören unter anderem ein Bildungsanbieter, lokale Fernsehstationen und ein Kabelnetz-Betreiber. Das Unternehmen wird seinen Namen nach Abschluss des Zeitungsverkaufs ändern, der bis zum Ende des Jahres erwartet wird. Ein neuer Name sei aber noch nicht gefunden, hieß es.

"Boston Globe" verkauft

Erst am Wochenende hatte der "Boston Globe" für 70 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt. Auch hier war es ein reicher Einzelunternehmer, der zuschlug. Zuvor hatte bereits Starinvestor Warren Buffett über seine Investmentholding Berkshire Hathaway rund 70 lokale Blätter übernommen. Parallel hat Medienmogul Rupert Murdoch seine Zeitungen (unter anderem "Wall Street Journal", "Sun") in ein eigenständiges Unternehmen abgespalten. Einen ähnlichen Weg geht momentan die Tribune Company ("Chicago Tribune", "Los Angeles Times"), die sich aufs lokale Fernsehen verlegt.

Zeitungssterben auch in Deutschland

Und auch in Deutschland klagt die Zeitungsbranche über sinkende Auflagen und Anzeigeneinnahmen. Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr hat das Ende der "Financial Times Deutschland" beschlossen und die Axel Springer AG verkauft das Traditionsblatt "Hamburger Abendblatt" sowie weitere Blätter des Hauses an die Funke Mediengruppe. (dpa/apr)

 

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