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Radio Hamburg

Mangelnde Kommunikation

Piloten der abgestürzten Boing schwiegen

San Francisco, 09.07.2013
San Francisco, Boeing 777, Absturz, Flughafen, Wrack, Getty Images

Die Boeing 777 der Asiana Airlines verunglückte auf der Landebahn des Flughafens in San Francisco.

Die Untersuchung zum Absturz eines Passagierjets in San Francisco läuft auf Hochtouren. Sicher scheint, dass die Maschine viel zu niedrig einflog.

1. Landeanflug des Piloten auf San Francisco - Automatisiertes Landesystem funktionierte nicht

Wie die US-amerikanische "Los Angeles Times" berichtet, soll es im Cockpit Kommunikationsprobleme gegeben haben, die die Hauptursache für den Absturz der Boeing 777 der Asiana Airlines auf dem Flughafen von San Francisco sein könnten. Die Maschine soll viel zu langsam und zu tief geflogen sein, außerdem soll es der erste Anflug des Piloten Lee Hang-kook mit einer Boeing 777 auf dem schwierig anzufliegenden Flughafen von San Francisco gewesen sein. Zudem habe das automatisierte Landesystem nicht funktioniert.

Piloten diskutieren erst zwei Sekunden vor Unfall übers Durchstarten

Die Piloten des Asiana-Flugs 214 hätten also mehr miteinander reden müssen, so die "L.A. Times". Doch die Aufzeichnungen aus dem Cockpit sollen belegen, dass Pilot Lee und sein Lehrer keine Maßnahmen diskutierten. Luftfahrtexperten, mit denen die Zeitung sprach, sagten, dass Geschwindigkeit und Flughöhe der Boeing die Piloten zum Eingreifen hätte bringen müssen, doch sie schwiegen. Erst zwei Sekunden, bevor die Maschine eine Begrenzungsmauer streifte, sollen sie einen Abbruch der Landung diskutiert haben. Doch zum Durchstarten sei es da schon viel zu spät gewesen, eine Boeing 777 brauche 10 Sekunden, bevor die Triebwerke richtig reagieren könnten.

Boeing 777 flog zu langsam und zu tief

Darüber, dass das Unglücksflugzeug viel zu langsam und zu tief den Flughafen von San Francisco anflog, gibt es keine Zweifel mehr. Statt mit empfohlenen 253 Kilometern pro Stunde habe die Maschine mit einer Geschwindigkeit von nur 196 Kilometern pro Stunde die Landebahn erreicht, teilte die Chefin der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Deborah Hersman, am Montag (8.7.) in San Francisco mit.

Südkoreanische Ermittler in den USA

Das Flugzeug habe eine Mauer eingerissen, die den Flughafen am Rande der Bucht von San Francisco vom Meer abgrenzt. Hersman zufolge wurde dabei das Fahrwerk abgetrennt. Einige Stücke seien im Wasser gelandet. Nach einer Schleuderfahrt, bei der weitere Teile abgerissen wurden, kam die Maschine am Rande der Landebahn zum Stehen. Für die langwierigen Ermittlungen sind Experten des südkoreanischen Verkehrsministeriums in die USA geflogen.

Noch keine offizielle Erklärung für das Flugzeug-Unglück

Eine offizielle Erklärung für das Unglück, bei dem zwei 16-jährige Mädchen aus China starben, stand aber noch aus. Hersman wollte zunächst nicht von einem Pilotenfehler sprechen. Die vier Piloten und die übrige Crew von Flug 214 der südkoreanischen Fluggesellschaft Asiana Airlines sollen zum Hergang des Unfalls befragt werden, hieß es.

Feuerwehrmänner werden als Helden gefeiert

Unterdessen wurden die Retter von Feuerwehr und Polizei als "Helden" gefeiert. Trotz einer großen Menge auslaufenden Treibstoffes sei sie zur Rettung von Passagieren in den brennenden Rumpf geklettert, sagte Feuerwehrfrau Chrissie Emmons am Montag vor Reportern. Sie beschrieb eine hektische Suche nach eingeklemmten Fluggästen im zerstörten Heck der Maschine. "Wir hatten Glück, dass wir alle rausholen konnten", sagte Emmons. Der Polizist Jim Cunningham schilderte, wie er ohne Schutzkleidung durch die brennende Maschine lief, um Opfern zu helfen.

Opfer wurden möglicherweise von Rettungswagen überfahren

Die Leichen der beiden Mädchen wurden außerhalb der Maschine auf der Landebahn gefunden. Die örtlichen Behörden gingen Hinweisen nach, dass eines der beiden Opfer möglicherweise von einem Rettungswagen überfahren wurde. Die sei eine "sehr ernste" Angelegenheit, sagte Hersman. Die Gerichtsmediziner hätten ihre Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, die Todesursache bleibe zunächst unklar. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass der Vorfall untersucht werde. Die Mädchen, die auf dem Weg zu einen mehrwöchigen Sommer-Camp in Kalifornien waren, saßen im hinteren Teil des Flugzeugs, wo Passagiere die schwersten Verletzungen erlitten.

Viele Opfer mit bleibenden Lähmungen

Am Montag (8.7.) lagen nach Auskunft der Ärzte noch 27 Menschen im Krankenhaus, sieben von ihnen in kritischem Zustand. Mehrere Passagiere erlitten als Folge des heftigen Aufpralls bleibende Lähmungen. Die Maschine war nach einem gut zehnstündigen Flug von Seoul auf der Landebahn des internationalen Airports von San Francisco aufgeschlagen. Sie brach auseinander und brannte größtenteils aus. Der Untersuchung zufolge gab es vor der Bruchlandung keinen Hilferuf über einen möglichen Notfall aus dem Cockpit. Beide Motoren seien funktionsfähig gewesen, teilte Hersman mit.

 

(dpa/mgä)