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Radio Hamburg

Amoklauf

Washington steht unter Schock - 13 Tote

Washington, 17.09.2013
Washington Amok

Trauer in Washington - die Flaggen wehen auf Halbmast.

Der Todesschütze streckte in der US-Hauptstadt zwölf Menschen nieder, bevor er im Gefecht mit der Polizei erschossen wurde.

Nach dem Blutbad auf einer US-Marinebasis in der Hauptstadt Washington suchen Ermittler fieberhaft nach Erklärungen für die Tat. 13 Menschen starben, nachdem ein ehemaliger Marine-Reservist am Montagmorgen schwer bewaffnet ein Kommandozentrum mit 3000 Mitarbeitern betrat und das Feuer eröffnete. Acht Menschen wurden verletzt, darunter auch eine Polizist, der mit mehreren Schusswunden am Bein operiert werden musste.

Motiv für die Tat noch unbekannt

Nachdem der Todesschütze zwölf Menschen im Alter von 46 bis 73 Jahren erschossen hatte, starb er im Gefecht mit der Polizei. Aktive Marinesoldaten waren nach Angaben von Polizeichefin Cathy Lenier nicht unter den Opfern, sondern Zivilangestellte und private Auftragnehmer. "Wir wissen nicht, was das Motiv ist", sagte Bürgermeister Vincent Gray am Montagabend (Ortszeit) und bezeichnete den Vorfall erneut als "schreckliche Tragödie". Die Untersuchungen in den kommenden Tagen sollten Klarheit schaffen, sagte Gray. Es gebe aber keine Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund.

 

Auch am Abend schlossen die Ermittler nicht aus, dass ein zweiter Mann in die Tat verwickelt sein könnte. Noch am Abend liefen die Fahndungen nach dem möglichen Komplizen des 34 Jahre alten Schützen aus dem US-Staat Texas. Der Täter war bis zum Januar 2011 aktiver Reservist und arbeitete zuletzt als privater Auftragnehmer für die Marine. Er besaß einen legalen Ausweis für das Marine-Gelände, auf dem nach Pentagon-Angaben mehr als 10.000 Menschen arbeiten. Nach einem Bericht des TV-Senders CNN hatte er ein Sturmgewehr, ein weiteres Gewehr sowie eine Pistole bei sich.

Suche nach möglichen Komplizen

Medienberichten zufolge konnte er die strengen Sicherheitskontrollen am sogenannten Navy Yard wegen seines Ausweises und trotz seiner Waffen passieren. Laut CNN wurde sein Ausweis im September 2012 ausgestellt und erst im Juli verlängert. Trotz der Fahndung nach einem zweiten Verdächtigen sagte Polizeichefin Lenier am Abend, dass die Anwohner ihre Häuser wieder verlassen könnten. Der Todesschütze sei mit hoher Wahrscheinlichkeit der einzige Verantwortliche für die blutige Tat, sagte Lenier. "Wir folgen weiterhin jeder Spur", sagte die stellvertretende FBI-Direktorin für Washington, Valerie Parlave. Zuvor war die Gegend, in der sich auch viele Wohnhäuser, Geschäfte und ein Baseball-Stadion befinden, über Stunden weiträumig abgesperrt worden.

Der Senat sagte seine Nachmittagssitzungen ab. Auch ein Profi-Baseballspiel im benachbarten Stadion wurde verschoben. Am Dienstag sollten die abgesperrten Straßen rund um den Tatort wieder freigegeben werden. Schon vor der grauenvollen Tat vom Montag war der Schütze polizeibekannt. 2010 soll er in seiner Wohnung geschossen haben. 2004 zerschoss er die Reifen eines geparkten Autos, was der Schütze in eigenen Worten später als "Blackout" beschrieb, wie die Polizei Seattle im US-Westküstenstaat Washington mitteilte. Nach Angaben seines Vaters hatte er Probleme damit, seine Wutausbrüche unter Kontrolle zu bringen.

 

Erinnerungen an Amoklauf auf US-Militärstützpunkt Fort Hood

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 soll er aktiv bei den Rettungsmaßnahmen mitgeholfen haben und seitdem an einer Art posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben. US-Präsident Barack Obama sprach den Angehörigen sein Beileid aus, ließ die Flaggen auf Halbmast setzen und forderte eine umfassende Aufklärung. Es werde alles getan, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. In den USA weckte der Fall Erinnerungen an den Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Dort erschoss im November 2009 der muslimische US-Militärpsychiater Nidal Hasan 13 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Der 43-Jährige wurde dafür im vergangenen Monat von einer Militärjury zum Tode verurteilt. (dpa/apr) 

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