Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Wirkung von Drogen

Ist Cannabis gefährlicher als Alkohol?

Hamburg, 01.01.2014
RHH - Expired Image

Alkohol kann schnell in eine Abhängigkeit führen und den menschlichen Körper zerstören. Auch Cannabis weißt ein hohes Suchtpotenzial auf.

US-Präsident Barack Obama hält den Konsum von Marihuana für nicht gefährlicher als Alkohol. Doch wie sieht das in der Realität wirklich aus?

Selbst US-Präsident Barack Obama hält den Konsum von Marihuana für nicht gefährlicher als Alkohol. In einem Interview des Magazins "The New Yorker" (Ausgabe 27. Januar) betonte Obama aber zugleich, dass es kein Verhalten sei, zu dem er ermutige. Es sei bekannt, dass er als Jugendlicher "Pot" geraucht habe, zitiert das Magazin Obama. "Und ich halte es für eine schlechte Angewohnheit und eine Untugend, nicht sehr anders als die Zigaretten, die ich als junger Mensch und während eines großen Teils meines Erwachsenenlebens geraucht habe. Ich glaube nicht, dass es gefährlicher als Alkohol ist."

Marihuana-Kauf wird legalisiert

Hintergrund der Äußerungen war die jüngste Freigabe des Marihuana-Verkaufs in Colorado. Der US-Staat Washington will dem Beispiel demnächst folgen. Obama machte in dem Interview deutlich, dass es ihm Sorge bereite, dass insgesamt in den USA junge Leute aus der Mittelschicht weniger häufig wegen Marihuana-Konsums belangt würden als die aus ärmeren Schichten.

Doch wie sieht es in der Realität aus? Ein dauerhafter Konsum von Drogen ist für den menschlichen Körper schädlich, doch wie unterscheiden sich Cannabis und Alkohol in ihrer Wirkung, ihrem Suchtpotenzial und der Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen.

Alkohol und Cannabis

Wirkung, Suchtpotential und mehr

  • Wirkung von Alkohol

    Alkohol verteilt sich sehr schnell im Körper und erreicht nach Minuten das Gehirn. Die erlebte Wirkung hängt von der getrunkenen Menge, sowie der körperlichen und seelischen Verfassung ab. Auch die Gewöhnung an den Alkohol spielt eine große Rolle. In geringer Menge hat Alkohol eine enthemmende Wirkung und verbessert somit meistens die Kontaktfreundlichkeit. Bei größeren Mengen kommt es zu massiven Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen. Koordinationsfähigkeit und Sprache werden beeinträchtigt. Im Endstadium stellen sich Müdigkeit, Benommenheit und schließlich Bewusstlosigkeit ein.

  • Wirkung von Cannabis

    Cannabis wirkt je nach Konsumform anders und unterschiedlich schnell. Geraucht setzt die Wirkung unmittelbar ein, gegessen oder getrunken wird das THC deutlich langsamer aufgenommen. Die Wirkung wird unter anderem von der psychischen Stabilität des Konsumierenden beeinflusst. Als angenehm erlebte Wirkung zählt eine Anhebung der Stimmung, häufig verbunden mit Entspannung und seelischen Wohlbefinden. Die akustischen und visuellen Sinneswahrnehmungen können intensiviert werden. Es können aber auch negative Stimmungen auftreten: Unruhe und Angstzustände, sowie Panikattacken oder Verwirrtheit sind ebenfalls möglich. Panikreaktionen treten häufiger bei unerfahrenen Konsumenten auf, die nicht mit der Wirkung von Drogen vertraut sind. 

  • Langzeitfolgen von Alkohol

    Länger andauernder Alkoholmissbrauch kann alle Organe schädigen. Besonders betroffen sind dabei das Gehirn und die Leber. Neben verschlechterten Gedächtnisleistungen kann es auch zu einer Persönlichkeitsveränderung kommen. Im fortgeschrittenen Stadium werden zentrale Teile des Nervensystems erheblich beschädigt. Durch einen anhaltenden Alkoholkonsum tritt eine Veränderung der Leber auf, die schließlich zu einer Leberzirrhose wird und beim langjährigen Alkoholismus die häufigste Todesursache ist. Außerdem erhöht langjähriger Alkoholmissbrauch das Risiko einer Krebserkrankung in verschiedenen Organen.

  • Langzeitfolgen von Cannabis

    Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge Deutschlands. Beim regelmäßigen Konsum kann eine Reihe von unterschiedlichen Langzeitfolgen auftreten. Das Gehirn leidet besonders unter einem Verlust der Leistungsfährigkeit und weist schlechtere Lernleistungen auf. Ein früher Einstieg in den Konsum kann eine nachhaltige Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge haben. Durch das inhalieren der Fremdstoffe werden außerdem die Atemwege stark belastet, was unterschiedliche Erkrankungen mit sich zieht.  Nach der ersten Stunde des Konsums besteht zudem ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, weil Cannabis die Herzfrequenz erhöhen kann.

  • Abhängigkeit von Alkohol

    Alkohol kann jederzeit legal erworben werden, sofern man das Mindestalter für den Erwerb erfüllt. Außerdem ist der Konsum von Alkohol sehr weit verbreitet und fester Bestandteil vieler gesellschaftlicher Anlässe.  Durch die leichte Verfügbarkeit des Alkohols wird eine Abhängigkeit begünstigt. Allerdings spielen weit mehr Faktoren eine Rolle. Auch ungünstige soziale Bedingungen sowie die individuelle Wirkung des Alkohols können eine Abhängigkeit fördern. Die Folgen der Abhängigkeit sind verheerend. Neben körperlichen Folgen treten psychische Probleme wie Angstzustände und Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken auf. Oft leiden die Menschen in dem Umfeld des Betroffenen unter den Auswirkungen der Abhängigkeit. Ehen zerbrechen und Abhängige verlieren den Arbeitsplatz.

  • Abhängigkeit von Cannabis

    Beim dauerhaften Konsum kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Man hat das Gefühl, nicht mehr ohne Cannabis "zurecht" zu kommen. Depressionen oder Angstsymptome können das Risiko einer Abhängigkeit deutlich erhöhen. Die Betroffen können in die Versuchung kommen, Cannabis als „Selbstmedikation“ zu missbrauchen. Cannabis wird außerdem häufig benutzt, um Probleme im Alltag auszublenden oder für eine bestimmte Zeit zu entfliehen.
    Es gilt zwar nicht als bewiesen, dass Cannabis dauerhafte Psychosen auslösen kann, allerdings kann es als Auslöser einer bislang verborgenen Schizophrenie sein. In diesem Fall bringt der betroffene eine gentische Anfälligkeit für eine Schizophrenie mit.

  • Fahrtüchtigkeit unter Alkoholeinfluss

    Alkohol beeinflusst die Fahrtüchtigkeit zunehmend bei steigendem Konsum. Schon ab 0,3 Promille spricht man von einer relativen Fahruntüchtigkeit: Wer einen Fahrfehler begeht, durch unsichere Fahrweise auffällt oder in einen Unfall verwickelt ist, kann als fahruntüchtig eingestuft werden, was zur Folge hat, dass neben einer Geldstrafe und Punkten auch die Fahrerlaubnis eingezogen werden kann. Ab 0,5 Promille begeht man eine Ordnungswidrigkeit, sobald man ein Fahrzeug führt. Geldbußen, Punkte und ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten sind die Folge. Bei einem höheren Wert ist man absolut fahruntüchtig und muss mit harten Strafen rechnen.

  • Fahrtüchtigkeit unter Cannabiseinfluss

    Cannabis führt unmittelbar zu Leistungseinbußen in der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit und dem Reaktionsvermögen. Besonders in der Stunde nach dem Konsum ist die Fahrtauglichkeit stark eingeschränkt. Anders als bei Alkohol sind keine Grenzwerte für Cannabis festgelegt worden. Grundsätzlich ist jeder noch so geringe Nachweis von Cannabis eine Ordnungswidrigkeit. Das Problem dabei ist, dass THC noch Wochen nach dem letzen Konsum im Blut und Urin nachweisbar ist. Führerscheine werden meistens sofort eingezogen und die Betroffenen zur medizinisch-psychologischen Untersuchung gebeten, um Drogenfreiheit nachzuweisen. Die Kosten tragen die Betroffenen selbst. Außerdem drohen Strafen wegen Verstoßenes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

(dpa/fbu)

comments powered by Disqus