Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Zoo in Kopenhagen

Proteste nach Tötung von vier Löwen

Bern/Frankfurt, 27.03.2014
RHH - Expired Image

Der dänische Tierpark bringt seine Kritiker wieder zum Rasen. Der Zoo tötete seinen König der Löwen - samt Partnerin und Nachwuchs.

Der Tod von vier Löwen im Kopenhagener Zoo treibt Kritiker im Internet zur Weißglut. Experten schätzen den Fall zum Teil anders ein.

Im europäischen Vergleich töten deutsche Zoos eher selten Tiere aus Zuchtgründen. Das sagte der Geschäftsführer des Verbands deutscher Zoodirektoren, Peter Dollinger. "Dafür ist ausdrücklich ein "vernünftiger Grund" nötig." Das Vorgehen des Zoos in Kopenhagen, der vier Löwen getötet hatte, hält Dollinger allerdings für prinzipiell nachvollziehbar.

Jedoch bestehe in Einzelfragen noch Klärungsbedarf. "Warum hat man die alte Katze überhaupt noch trächtig werden lassen? Und hat man rechtzeitig nach einem möglichen Ausweichquartier für die Jungtiere gesucht?" Jenseits des Falls dieser speziellen Löwen in Dänemark gehöre das Töten in Tiergärten zur Normalität. "In vielen Zoos werden Zebras, Hirsche und Antilopen geschossen und verfüttert", sagte Dollinger. Seinem Verband gehören mehr als 60 Zoos im deutschsprachigen Raum an. Die Tötung der vier Löwen im Zoo von Kopenhagen hatte für Proteste gesorgt.

Tötung hätte vermieden werden können

Die Tötung der vier Löwen im Zoo von Kopenhagen hätte aber nach Ansicht des Frankfurter Zoodirektors Manfred Niekisch mit vorausschauender Planung vermieden werden können. "Wenn man züchtet, muss man sich vorher überlegen, wo die Jungtiere bleiben können", sagte Niekisch. Auch in Frankfurt am Main würden Raubtier-Junge nach einer gewissen Zeit von den Eltern getrennt und anderswo untergebracht. "Wir haben bisher immer einen Platz gefunden", sagte
Niekisch.

In der dänischen Hauptstadt waren zwei ausgewachsene Löwen und deren Junge eingeschläfert worden, um Platz für einen neuen Zuchtlöwen zu schaffen und Inzucht zu verhindern.

Online-Petition im Internet

Und mit der Tötung seiner vier Löwen löste der Kopenhagener Zoo eine zweite Welle der Entrüstung aus. Eine Online-Petition im Internet unterschrieben inzwischen mehr als 55.000 Menschen. "Sagt dem Kopenhagener Zoo, dass er aufhören soll, gesunde Tiere zu töten!!", fordern die Unterzeichner. "Warum besuchen Menschen diesen abscheulichen Schlachthof?", fragt eine Facebook-Nutzerin in der Gruppe "Schließt den Kopenhagener Zoo". Hunderte kommentierten dort den Tod der vier Löwen.

Zuvor war das Giraffenjunge Marius geschlachtet worden, weil auch dort Inzucht drohte. Seine Tötung und Obduktion vor Kinderaugen hatte Mitte Februar weltweit Hysterie ausgelöst. Der Zoodirektor hatte sogar Morddrohungen erhalten, das Vorgehen aber immer verteidigt. Die Kopenhagener scheuen die Konfrontation auch diesmal nicht: "Wir mussten das tun", sagte Zoo-Verwaltungsdirektor Steffen Stræde.

Lest auch: Kopenhagener Zoo: Kein Platz mehr im Gehege - Vier Löwen tot

Die weltweite Aufregung um die Tötung des Giraffenjungen Marius hat den Zoo in Kopenhagen nicht abgeschreckt. Jet ...

Der Zoo tötet jedes Jahr etwa 20 bis 30 Tiere etwa aus Platzmangel oder Inzuchtgefahr, wenn für sie kein neues Zuhause gefunden werden kann. Dieses Vorgehen ist auch in anderen europäischen Tierparks üblich - doch mit der Tötung des Giraffenjungen hatten die Dänen offensichtlich einen Nerv bei Tierschützern getroffen. (dpa/apr)