Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Familiensynode in Rom

Bischöfe kritisieren "Öffnung" der Kirche

Rom, 15.10.2014
Papst Franziskus

Papst Franziskus will in der katholischen Kirche Reformen durchsetzen.

Viele Beobachter sehen im Zwischenbericht der Familiensynode eine Öffnung der Kirche. Dem widersprechen einige Bischöfe nun vehement.

Nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts der Familiensynode im Vatikan haben einige Bischöfe Nachbesserungen gefordert und vor einer zu weitgehenden Öffnung der Kirche gewarnt. 

Neuer Umgang mit Homosexuellen?

Das Papier sei für viele Bischöfe nicht akzeptabel, sagte Stanislaw Gadecki, der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, am Dienstag (14.10) Radio Vatikan. In dem Bericht war von der Notwendigkeit "mutiger Entscheidungen" die Rede. Vor allem beim Umgang mit Homosexuellen sahen viele Beobachter eine neue Tonlage der Kirche. 

Keine Entscheidung vor Oktober 2015

Der Vatikan selbst stellte klar, dass es sich nur um ein Arbeitspapier handle. Dem Bericht sei teils ein Wert beigemessen worden, der nicht seiner Natur entspreche, heißt es in der Erklärung. Er fasse die Debatte der ersten Woche der Synode zusammen und werde weiter in Kleingruppen diskutiert. Das Abschlussdokument der Synode soll am Samstag (18.10) veröffentlicht werden. Konkrete Entscheidungen werden jedoch nicht vor der im Oktober 2015 stattfindenden nächsten Synode erwartet.

Synode mit Spannungen

Für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sind die Beratungen auf einem guten Weg. Die Teilnehmer hätten aber noch viel Arbeit vor sich. "Wir haben bisher eine offene und ehrliche und in den Themen breitgefächerte Diskussion erlebt", erklärte der Münchner Erzbischof am Dienstag (14.10) laut einer Mitteilung. Papst Franziskus habe die Teilnehmer zu Beginn ermutigt, offen zu sprechen und zuzuhören. "Das ist gelungen", betonte Marx. Er spüre durchaus die Spannung "zwischen denen, die die Lehre ins Zentrum stellen, und denen, die vom Leben der Menschen ausgehen", erklärte Marx.

"Gaben und Qualitäten der Homosexualität" anerkennen

Bei der anschließenden Beratung des Zwischenberichts am Dienstag wurden einige der strittigen Punkte noch einmal diskutiert. Das Papier hatte am Montag (13.10) vor allem mit den Aussagen zum Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen Aufsehen erregt. Darin hieß es, die Kirche könne diese Partnerschaften zwar nicht als Ehe sehen, möglicherweise aber ihre Gaben und Qualitäten anerkennen.

Kritik an Öffnung der Kirche von polnischem Erzbischof

Viele Beobachter hatten dies als Öffnung gegenüber Homosexuellen gewertet. In der nun am Dienstag verbreiteten Zusammenfassung der Diskussion heißt es, es sei wichtig, nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Kirche diese Orientierung positiv bewerte.  Der polnische Erzbischof Gadecki kritisierte in dem Interview weiter: "Das ist einer der Irrtümer des Textes: statt die Treue und die Familienwerte zu ermutigen, nimmt er die Dinge einfach so hin, wie er sie vorfindet."

Kurienkardinal: Außendarstellung der Synode wird manipuliert

Der Kurienkardinal Raymond Burke sagte der Zeitung "Il Foglio", die Außendarstellung der Synode werde seiner Ansicht nach manipuliert. "Das stimmt mich sehr besorgt, denn viele Bischöfe akzeptieren die Vorstellungen von Öffnung nicht." Einige Diskussionen fügten der Kirche schweren Schaden zu.

Beratung über Scheidung, Verhütung und Homo-Ehe

Im Vatikan beraten noch bis zum Wochenende (18./19.10) fast 200 Bischöfe und einige Laien aus aller Welt über die katholische Lehre zu Familie und Sexualität. Konkret geht es um Fragen wie Scheidung, Verhütung oder die Homo-Ehe. Die Synode endet am Sonntag (19.10) mit der Seligsprechung von Papst Paul VI.. Das abschließende Dokument des zweiwöchigen Treffens soll am kommenden Samstag veröffentlicht werden und als Basis für die Synode im Jahr 2015 dienen, die vom 4. bis 25. Oktober stattfinden wird.

(dpa/mgä)

comments powered by Disqus