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Radio Hamburg

Staatsanwaltschaft ermittelt

Cem Özdemir und die Balkonpflanze

Berlin, 18.01.2015
Cem Özdemir, Hanfpflanze, Hanf, Video, Ice Bucket Challenge

Özdemir hier im Video zur Ice Bucket Challenge mit der Hanfpflanze links neben ihm.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir wegen des Besitzes von Hanfpflanzen.

Eine Balkonpflanze bringt den Grünen-Vorsitzenden in die Bredouille. Die Justiz prüft, ob Özdemir gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hat. Er sieht darin einen weiteren Beweis für die "Absurdität der deutschen Drogenpolitik".
Die Immunität des Bundestagsabgeordneten sei wegen des Verdachts auf Anbau von Betäubungsmitteln bereits im Dezember aufgehoben worden, bestätigte eine Parteisprecherin am Sonntag in Berlin. Zuvor hatte "Bild am Sonntag" darüber berichtet. Auslöser ist ein Video mit Özdemir auf seinem Balkon, auf dem eine Hanfpflanze zu sehen ist. Hinzu kommt ein zweiter Vorfall. Das Video hatte den Grünen-Chef im Sommer bei der sogenannten Ice-Bucket-Challenge gezeigt. Dabei hatte er sich wie viele andere Menschen einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gegossen. Mit der Aktion sollten Spenden für den Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS gesammelt werden. Neben Özdemir war eine Hanfpflanze zu sehen.

Özdemirs "Statement"

Schon damals hatte der 49-Jährige von einem "bewusst gesetzten" politischen Statement gesprochen. Am Wochenende fügte er hinzu: "Die ganze Absurdität der deutschen Drogenpolitik zeigt sich doch, wenn Staatsanwaltschaft und Polizei wegen eines politischen Statements in Form einer sorgsam platzierten Hanfpflanze in einem Video ermitteln müssen."

Die Grünen setzen sich seit langem für eine Legalisierung von Cannabis für Erwachsene ein. "Praktisch alle Drogenexperten, unter Einschluss der Polizei, schütteln den Kopf angesichts der gesetzlich vorgesehenen Beschäftigungstherapie für die Staatsanwaltschaften in Sachen Cannabis", sagte Özdemir der Zeitung "Welt am Sonntag".

(dpa/aba)

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