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Radio Hamburg

Harvard-Studie

Immer mehr Piloten leiden unter Depressionen

Boston, 15.12.2016
Pilot

Besorgniserregende Studie: immer mehr Piloten sollen unter Depressionen leiden.

Eine Harvard-Studie prognostiziert: Hunderte Piloten könnten an Depressionen leiden.

Im März 2015 ließ ein deutscher Copilot seine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen zerschellen - wohl, weil er psychisch krank war. Eine neue Studie der Elite-Universität Harvard zeigt nun: Hunderte Piloten weltweit könnten an Depressionen leiden, aber aus Angst vor Problemen im Job keine Hilfe suchen.

Bei mehr als jedem zehnten Piloten, der an einer anonymen Online-Studie der Elite-Universität Harvard teilnahm, seien Anzeichen für eine Depression erkennbar, berichteten die Forscher. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Environmental Health". 

"Schleier der Verschwiegenheit"

"Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen, und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben", sagte der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen. "Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit." Wegen des Stigmas um das Thema sei die Forschung nicht einfach.

Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 350 Millionen Menschen an Depressionen. Ein psychisch kranker deutscher Copilot hatte im März des vergangenen Jahres eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz gebracht. Dabei waren alle 150 Insassen der Maschine getötet worden.

 

Ihr leidet unter Depressionen oder möchtet jemandem helfen, bei dem Ihr das vermutet? Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe will Betroffenen helfen und Lösungswege aufzeigen.

(dpa/aba)