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Radio Hamburg

Glück kommt selten allein

Wie ist es eigentlich, als Zwilling aufzuwachsen?

Hamburg, 24.09.2016
Zwillinge, Kinder, Geschwister, Junge, Mädchen

Zwillinge haben eine ganz besondere Verbindung.

Planen kann man es nicht, häufig kommt es auch nicht vor. Aber es kommt vor und rückblickend ist Zwilling sein das Beste, was einem als Bruder passieren kann.

Zwei auf einen Schlag

Viele von Euch haben sicherlich Geschwister. Die große Schwester, den kleinen Bruder oder auch andersrum. Vielleicht auch beides. Aber als Zwilling das Licht der Welt zu erblicken, ist schon etwas besonderes. Das Teilen beginnt schon vor der Geburt. Schließlich bewohnt man auch Mamas Bauch zu zweit. Darum ist man auch etwas kleiner und leichter als diejenigen, die neun Monate allein verbracht haben. Macht aber nichts!

Ein Herz und eine Seele

Zugegeben, meine Erinnerungen an die frühe Kindheit sind ziemlich schwach. Wir - meine Zwillingsschwester und ich -  haben uns aber von Beginn an ein Zimmer geteilt. Jeder hatte sein eigenes Bettchen und auch seine eigenen Spielsachen. Den Kinderwagen durften wir uns wieder teilen. Daran kann ich mich zwar nicht erinnern, allerdings zaubert es mir jedes Mal wieder ein Lächeln ins Gesicht, wenn mir ein solcher Kinderwagen in der Stadt begegnet.

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Ein bisschen Neid gehört dazu

Wir haben natürlich auch nicht am gleichen Tag laufen gelernt. Meine Schwester war da ein bisschen geschickter. Das konnte ich natürlich so nicht auf mir sitzen lassen. Und da ich im Krabbeln schneller war als sie im Laufen, bin ich ihr ständig zwischen den Beinen durch gekrabbelt, bis sie umgefallen ist. Okay, nicht ganz fair, aber ich glaube, damit konnte sie umgehen. Meine Eltern auch. Schwieriger wurde es dann, als wir beide laufen konnten. Es gibt eine Geschichte, die immer wieder im Familienkreis erzählt wird: Meine Schwester und ich machten uns auf den Weg in den Garten. Nun hatten wir zwei verschiedene Ziele. Sie ist Richtung Garten gelaufen, ich Richtung Straße. Meine Mutter hat natürlich die –  auf den ersten Blick –  richtige Entscheidung getroffen und ist mir hinterher gelaufen. Leider machte sich meine Schwester in der Zeit auf in Richtung Mülltonnen und wie das so als Kleinkind ist, erforschte sie diese mit dem Mund. Das Ergebnis: Salmonellen…

Baden in Lederhosen

Allgemein ist zu der Zeit eigentlich am meisten Kurioses passiert. In unserem Zimmer auf einem Regal standen zwei kleine Elefanten aus Porzellan. Wir haben es eines Morgens aus unseren Betten geschafft, draußen war es noch dunkel. Einer von uns machte das Licht an und ich habe versucht, die Lampe mit einem Elefanten zu treffen. Warum auch immer. Nach ein paar Versuchen war ich tatsächlich erfolgreich und plötzlich war es stockfinster. Das hatten wir nicht kommen sehen und schrien wie am Spieß, bis uns unsere Mutter mit einer Taschenlampe rettete. Außerdem hatten wir als Kleinkinder jeder eine Lederhose (wer die im Norden braucht, keine Ahnung). Damit sind wir in einer unaufmerksamen Minute unserer Eltern ins Bad marschiert, haben den Hahn aufgedreht und sind in die Badewanne geklettert. Glücklicherweise kam nur kaltes Wasser und so ging das Ganze glimpflich aus. Die Hauptsache bei unseren "Schandtaten" war aber, dass wir immer zusammen hielten.

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Eine eigene Sprache entwickeln

Zu der Zeit war es auch, dass wir in einer eigenen Sprache miteinander sprachen. Niemand konnte uns verstehen, wir untereinander haben uns allerdings super verstanden. Leider können wir uns nicht mehr an die Sprache erinnern, wir haben einfach irgendwann angefangen, richtig zu sprechen und unsere eigene, gemeinsame Sprache geriet in Vergessenheit.

Bräuche unter Zwillingen

Da wir in jungen Jahren häufig gemeinsam aufgestanden sind, gab es auch den ein oder anderen Brauch am Samstagmorgen. Anders als bei anderen Geschwistern, teilten wir die Fernbedienung. Wenn man es teilen nennen kann, denn wir wollten sowieso dasselbe sehen: Barney und seine Freunde! Das war unsere absolute Lieblingssendung. Aus dem gemeinsamen Schauen ist dann das „Zwillingssofa“ entstanden. Ein Sofa, eine Decke, Cornflakes und wir zwei. Dieser Brauch hat sogar das Teenager-Alter überstanden und findet auch heute noch statt, wenn wir uns sehen. Zwar ohne Barney und Cornflakes, dafür mit Pizza und ein bis zwei Bier.

Die Teenager-Zeit

Dann kam die schwierigste Zeit, das Teenager-Alter. Natürlich hat da jeder seine eigenen Probleme und wenn man dann auch noch exakt gleich alt ist, kommt es zu einigen Differenzen. Da hat es natürlich genauso gekracht wie unter anderen Geschwistern auch. Man redet nicht miteinander, streitet sich ständig, wenn man doch mal miteinander redet, und geht sich sonst aus dem Weg. Aber auch das endete irgendwann.

Einen Zwilling zu haben ist einfach etwas Besonderes. Heute habe ich manchmal das Gefühl, dass es ihr aus irgendeinem Grund gerade nicht gut geht. Dann rufe ich an oder schreibe eine Nachricht und meistens stellt sich das auch als wahr heraus. Andersrum ist es genauso. Auch wenn wir uns nicht mehr so häufig sehen, weil wir in verschiedenen Städten wohnen, sind wir auf eine bestimmte Art verbunden. Wäre sie nicht mehr da, würde einfach ein großer Teil von mir fehlen. 

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