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Radio Hamburg

Mögliche Lkw-Anschläge

Test: So gut schützen Betonsperren

Hamburg/Dresden, 12.04.2017
Betonsperre

Diese Betonsperren wurden 2016 an einem Hamburger Weihnachtsmarkt in der Innenstadt aufgebaut. 

Ein Test im Autrag des MDR hat jetzt ergeben: Die mobilen Antiterror-Betonsperren halten einem Terrorangriff mit einem Lkw nicht stand.  

Fußballspiele, Hafengeburtstag: Für jede Großveranstaltung erarbeitet die Polizei Sicherheitskonzepte. Teils werden dann Betonsperren, wie jetzt am Dom, eingesetzt. Ein Test im Auftrag des MDR hat allerdings  ergeben: Diese mobilen Antiterror-Betonsperren halten einem Terrorangriff mit einem LKW nicht stand.

Innenbehörde und Polizei in Hamburg haben dazu kein Statement abgegeben. Nur soviel: jede Veranstaltung werde individuell geprüft und ein gesondertes Sicherheitskonzept dafür entwickelt.

Das ergab der Test

Die Tests wurden von der Prüfgesellschaft Dekra im Auftrag des MDR-Magazins „Umschau“ durchgeführt. Bei den Tests in Neumünster fuhr ein Lastwagen mit Tempo 50 auf die Betonsperren auf. Einmal standen die Quader quer zur Fahrtrichtung, einmal schräg. Scheinbar mühelos habe der Lkw die 2,4 Tonnen schweren Betonblöcke beiseite geschoben und die Absperrungen durchbrochen, hieß es in einem MDR-Hörfunkbeitrag. Zwar sei der Lkw beim Aufprall beschädigt worden. Aber die Aufhaltewirkung sei „relativ gering“ gewesen, sagte Dekra-Testleiter Marcus Gärtner.

Für den Test wurde ein beladener Lkw mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen genutzt. Der Fahrzeugtyp entspreche dem, der bei dem Anschlag von Nizza im Sommer 2016 genutzt wurde. Damals waren 84 Menschen getötet worden, als ein Attentäter in eine Menschenmenge raste.

Der bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verwendete Lastwagen sei noch erheblich größer gewesen. Nach dem Anschlag von Nizza wurden die Betonblöcke, die von verschiedenen Herstellern produziert werden, in Deutschland zum Schutz von Großveranstaltungen genutzt. Es gibt allerdings noch verschiedene andere Schutzvorrichtungen außer den Quadern.

Der Dresdner Polizeidirektor Renè Demmler sagte dem MDR, der Test zeige, „dass mehr Mittel erforderlich sind, um wirklich das Risiko noch in stärkerem Maße zu reduzieren“.

(dpa/aba)