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Radio Hamburg

Neue Binge-Watching-Studie

Die Gefahren des Serienmarathons

Hamburg, 17.08.2017
Binge Watching

Eine spannende Serie entdeckt und man weiß einfach nicht wann man aufhören soll zu gucken. Und schon ist das Staffelfinale erreicht. Hups! Für dieses Verhalten gibt es nun einen Begriff.

Binge-Watching. Was heißt das eigentlich? Das Verb to binge on sth . stammt aus dem Englischen und bedeutet sich mit etwas vollstopfen . Man "stopft" sich also mit den Folgen seiner neusten Lieblingsserie voll. Existent ist dieses Phänomen, seit dem es hochqualitative und spannende Serien gibt, immer und überall zum Abruf bereit. – So wie es der Streaming-Riese Netflix propagiert.

Der Realität entfliehen

Aber auch die Charaktere und Erzählstränge haben sich weiterentwickelt. So können sich die Zuschauer besser mit der Thematik und mit den Charakteren identifizieren. Die Flucht aus dem Alltag heraus, rein in eine andere Welt ist somit perfekt. Natürlich möchte man auch unbedingt wissen, wie es weitergeht. Sogenannte "Cliffhanger" am Ende einer Folge fördern diesen Effekt.

Kurios "Purge Watching"

Aber nicht nur spannende Serien schaffen es bei den Konsumenten einen "Binging-Effekt" auszulösen. Immer öfter geht es dem Zuschauer nur darum etwas zu beenden. Da kann die Serie noch so schlecht sein. Wenn bereits einige Zeit in eine Serie investiert wurde, wird diese zu Ende geguckt, andererseits wäre die investierte Zeit ja verschwendet.

Die Studie

Das Journal of Clinical Sleep Medicine hat nun eine Studie herausgegeben, in der 400 Personen zwischen 18 und 25 Jahren befragt worden sind. Von den 400 Befragten bekennen sich 80 Prozent zu Bingern. So kommt ein Binger auf bis zu vier Folgen pro Serie.

Verheerende Folgen

Bingewatcher schlafen schlechter! – Und das zu 98 Prozent. Der Schlaf leidet. Dabei ist Schlaf so wichtig. Im Schlaf wird das Immunsystem gestärkt, Wachstumshormone werden ausgeschüttet, der Stoffwechsel reguliert sich, Energievorräte werden gesammelt und Ergebnisse des Tages verarbeitet. Prozesse, die durch exzessives "bingen" bis tief in die Nacht blockiert werden.

Aufatmen

Wer nun panisch vor dem Fernseher sitzt und realisiert: "Ich bin ein Bingewatcher", kann beruhigt sein. Es ist nicht verwerflich, wenn man sich ein Wochenende intensiv mit einer Serie beschäftigt. Gefährlich wird es erst, wenn die Serie das Leben des Zuschauers stark beeinflusst und Alltagshandlungen nicht mehr durchzuführen sind.

(lsh)