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Radio Hamburg

Unangenehme Gefühle zulassen

Studie enthüllt das Geheimnis des Glücks

Hamburg, 18.08.2017
Verzweifelt, Schreien, Wut

Eine neue Studie der American Psychological Association fand heraus, dass Menschen glücklicher sein können, wenn sie die Emotionen zu lassen, die sie am liebsten verdrängen würden. 

Es liegt in der Natur des Menschen sein Glück vergrößern und den Schmerz so klein wie möglich halten zu wollen. Als echter Nutzenmaximierer streben wir danach nur das fühlen zu wollen, das uns glücklich macht und vergessen dabei, dass wir beim Fühlen von negativen Emotionen auf dem direkten Weg in das Gefühlsnirvana sind. Skurril: Es sind gerade die unangenehmen Gefühle, die uns glücklich machen sollen.

Emotionale Dissonanz

Immer nur freundlich und nett zu sein kann die Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Wenn wir unsere Gefühle im Äußeren anderes präsentieren, als wir im Inneren eigentlich fühlen, stehen wir stets im Konflikt mit uns selbst. Es entsteht eine Spannung beziehungsweise ein emotionaler Druck, dessen Stressfaktor erheblich die Entstehung des Burn-Out Syndroms und Depressionen fördern kann. Denn: Wer seine Gefühle unterdrückt, ist nicht er selbst.

Den Emotionen stellen

Die interkulturelle Studie basiert auf der Befragung von 2.324 Studenten aus acht Ländern. Zu den Ländern zählen die USA, Brasilien, China, Deutschland, Ghana, Israel, Polen und Singapur. Die Teilnehmer wurden befragt, was für Emotionen sie gerne fühlen würden und welche Gefühle ihr Leben gerade dominieren. Heraus kam, dass Menschen, die sich ihren Emotionen stellen ein erfüllteres Leben führen, als jene, die sich ihren Emotionen versperren. Kulturell gesehen, wollen sich die Menschen aus westlichen Ländern besonders gut fühlen und haben das Empfinden, dass es immer möglich ist, sich besser zu fühlen. Schade, denn dieser Fakt trägt dazu bei, dass diese Menschen sich insgesamt weniger glücklich fühlen.

Warum unterdrücken wir Gefühle?

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb Menschen Gefühle unterdrücken. Einerseits haben sie es nicht anders von ihren Eltern vorgelebt bekommen und interpretieren ein Zeigen von Gefühlen als Zeichen menschlicher Schwäche. Denn es heißt: Erfolgreiche Menschen zeigen ihre Gefühle nicht, diese seien hinderlich. 
Ein weiterer Faktor ist die Angst vor gesellschaftlicher Reaktion. Wer kennt es nicht, man ist verliebt und traut sich nicht richtig die Bombe platzen zu lassen. Man ist enttäuscht oder wütend, traut sich aus Angst vor Komplikationen und Streitigkeiten die Dinge nicht anzusprechen. Aber ist das wirklich der richtige Weg?

Die Devise

Schlechte Laune für gute Laune! Anstatt die Emotionen in sich hineinzuschlucken, sollte man sich einmal intensiv mit ihnen auseinandersetzen und die Gefühle zulassen. Sind sie erst einmal raus, gibt es Platz neue, schöne Gefühle zu erleben. Niemand wird einen für seine Gefühle in das gesellschaftliche "Aus" stecken. Nur Mut!

(lsh)