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Radio Hamburg

Der Kuchen ist verteilt

Air Berlin geht zu weiten Teilen an Lufthansa

Hamburg, 22.09.2017
Air Berlin Flugzeug

Wie wird der Air-Berlin-Kuchen verteilt? Das wird am kommenden Montag verkündet. Lufthansa hat gute Chancen auf viele Anteile. 

Nach der grundsätzlichen Entscheidung über die Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin beginnt nun die Detailarbeit. Ein Trio solle nun die Verhandlungen mit den Bietern weiterführen und einen Abschluss anstreben, teilte Air Berlin mit. Am kommenden Montag (25.09.) soll der Aufsichtsrat über die Angebote beraten. Anschließend werde der Stand der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Übernimmt Lufthansa die Hälfte von Air Berlin?

Nach den Sitzungen der Gläubigerausschüsse war zu erfahren, dass Lufthansa weite Teile von Air Berlin übernehmen könnte. Momentan werde exklusiv mit dem deutschen Marktführer über einen Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki und weiterer Teile verhandelt. Unklar war zunächst noch, welch weiteren Teile zur Debatte stehen. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte kürzlich angekündigt, er wolle die 38 bereits angemieteten Mittelstrecken-Maschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin kaufen. Kommt es tatsächlich dazu, würde Lufthansa etwa die Hälfte der Flotte übernehmen. 

Wer ist noch interessiert?

Kleinere Teile könnten dem Vernehmen nach an die britische Gesellschaft Easyjet gehen, wahrscheinlich komme auch die Thomas-Cook-Tochter Condor noch ins Spiel. Die Verhandlungen sollen demnach noch bis zum 12. Oktober dauern. Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad weitere finanzielle Unterstützung ausgeschlossen hatte. Ein Bundeskredit über 150 Millionen Euro soll den Betrieb der Air Berlin bis Ende November möglich machen. 

Bis Freiag (22.09.) waren mindestens sechs Angebote für die komplette Fluggesellschaft oder Teile davon eingegangen. Vorerst aus dem Rennen dürften nun die übrigen Bieter sein: die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG, die Unternehmer Utz Claassen und Hans Rudolf sowie Jonathan Pang, der Betreiber des Flughafens Parchim.