Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Private Gründe

Gesine Lötzsch zurückgetreten

Berlin, 11.04.2012
Gesine Lötzsch und Klaus Ernst - April 2012

Gesine Lötzsch ist seit Mai 2010 zusammen mit Klaus Ernst Vorsitzende der Linkspartei. Nun ist sie zurückgetreten.

Gesine Lötzsch ist überraschend als Vorsitzende der Linkspartei zurückgetreten. Ihren Sinneswandel erklärt sie mit privaten Gründen.

Knapp zwei Monate vor der Neuwahl der Linken-Führung gibt die Parteivorsitzende Lötzsch ihr Amt auf. Als Grund nannte sie in einer schriftlichen Erklärung am späten Dienstagabend die Erkrankung ihres Mannes, die eine häufige Abwesenheit von ihrem Wohnort Berlin nicht mehr zulasse. Die 50-Jährige ist seit Mai 2010 zusammen mit Klaus Ernst Vorsitzende der Linkspartei. Sie hatte bereits angekündigt, beim Bundesparteitag Anfang Juni in Göttingen wieder für das Amt kandidieren zu wollen.

Entscheidung sei nicht leicht gefallen

"Auf Grund der Erkrankung meines Mannes habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, das Amt der Vorsitzenden der Partei Die Linke niederzulegen. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", hieß es in der schriftlichen Erklärung, die die Linkspartei verschickte. Sie wolle sich künftig auf ihr Mandat als Berliner Bundestagsabgeordnete konzentrieren. Die in Ost-Berlin Geborene war von 1984 bis 1990 Mitglied der DDR-Staatspartei SED gewesen. Nach der Wiedervereinigung gehörte sie von 1991 bis 2002 dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Im Oktober 2002 zog sie in den Bundestag ein.

Gesine Lötzsch war nicht unumstritten

Das Führungsduo Lötzsch und Ernst war in der Partei nicht unumstritten. Viele Parteimitglieder machten sie für die zum Teil schlechten Schlagzeilen der Linken verantwortlich. So brach Lötzsch beispielsweise zum Auftakt des Superwahljahres 2011 eine Kommunismus-Debatte vom Zaun, die der Linken viel Kritik einbrachte. In Bedrängnis brachte das Führungsduo sich und die Partei auch mit der Bewertung des Mauerbaus, mit der Haltung zu Israel und mit einem Geburtstagsschreiben an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro. Entsprechend durchwachsen fielen im vergangenen Jahr die Wahlergebnisse aus. Bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verfehlte die Linke den Einzug in die Landtage. Auch die bundesweiten Umfragewerte sanken.

Ungeachtet der innerparteilichen Kritik an ihrer Amtsführung kündigte Lötzsch bereits im vergangenen Oktober an, bei der Neuwahl der Parteiführung im Juni erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Sie wolle mit ihrer Entscheidung "Klarheit für die Mitglieder schaffen, die dieser Debatte überdrüssig sind", begründete sie seinerzeit ihre überraschende Entscheidung. Später gab dann der stellvertretende Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch seine Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt.

 

(dpa)