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Radio Hamburg

Die Bundesversammlung hat gewählt

Joachim Gauck ist neuer Bundespräsident

Joachim Gauck Bundespräsident Wahl März 2012

Bundespräsident Gauck nahm sein Amt unmittelbar nach der Wahl an.

Bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten hat sich die Mehrheit der Bundesversammlung wie erwartet für den früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck entschieden.

Berlin, 18.03.2012

Joachim Gauck ist Deutschlands neuer Bundespräsident. Die Bundesversammlung wählte den früheren DDR-Bürgerrechtler am Sonntag mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Christian Wulff. Der 72-Jährige erhielt 991 von 1228 gültigen Stimmen, das entspricht einer Zustimmung von gut 80 Prozent.

Gegenkandidaten ohne eine Chance

Für Gaucks Gegenkandidatin Beate Klarsfeld votierten 126 Delegierte. Damit erhielt die als Nazi-Jägerin bekanntgewordene 73-Jährige mindestens drei Stimmen von Vertretern anderer Parteien. Die sie unterstützende Linkspartei stellte nur 123 Delegierte. Der Kandidat der rechtsextremen NPD, der revisionistische Historiker Olaf Rose, bekam drei Stimmen. 108 Delegierte der Bundesversammlung enthielten sich.

Ich werde mit all meinen Kräften und meinem Herzen "Ja" sagen

Gauck erhob sich unmittelbar nach der Wahl von seinem Platz in der ersten Reihe, ging zum Rednerpult und nahm die Wahl an. Damit ist der 72-Jährige offiziell als Bundespräsident im Amt.

Der neue Bundespräsident versicherte, sein neues Amt mit allen Kräften und mit ganzem Herzen ausfüllen zu wollen. «Ich werde mit all meinen Kräften und meinem Herzen "Ja" sagen zu der Verantwortung, die Sie mir heute gegeben haben.» Zugleich räumte Joachim Gauck nach seiner Wahl durch die Bundesversammlung ein, «ganz sicher nicht alle Erwartungen erfüllen zu können», die in den kommenden fünf Jahren an ihn gerichtet würden. Er wolle sich jedoch nun auf neue Themen, Probleme und Personen einstellen.

22 Jahre nach Gaucks erster Wahl

Gauck erinnerte an seine erste freie Wahl zur DDR-Volkskammer am 18. März vor 22 Jahren. «Was für ein schöner Sonntag», sagte er auch im Rückblick auf dieses Datum. «In jenem Moment war da in mir neben der Freude ein sicheres Wissen: Ich werde niemals eine Wahl versäumen.» Auch als Präsident könne er sich die Welt und das Land nicht denken ohne Freiheit und Verantwortung. Er nehme diesen Auftrag mit Dankbarkeit an. Der frühere DDR-Bürgerrechtler wurde mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Christian Wulff gewählt.

Auch Bundeskanzlerin Merkel ist zufrieden

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zufrieden und froh über die breite Mehrheit für den neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck in der Bundesversammlung gezeigt. Merkel sagte am Sonntag in einem Interview von ARD und ZDF, es könne durchaus vorkommen, dass Gauck etwas kritisch sehe, genauso wie es sein könne, dass sie etwas kritisch sehe. Dies sei normal. «Es geht hier nicht um Erziehungsmaßnahmen», sagte Merkel, sondern um Meinungsäußerungen, aus denen eine Demokratie meistens gestärkt hervorgehe. Merkel hatte sich zunächst gegen Gauck als Präsidentschaftskandidat ausgesprochen.

Am Freitag wird Gauck vereidigt

An diesem Montag wird Joachim Gauck als neuer Bundespräsident seine Amtsgeschäfte aufnehmen, am Freitag wird er vereidigt. Merkel sagte: «Und dann wird er sein Amt gut für unser Land wahrnehmen.» Zu Vorschlägen für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Joachim Gaucks Gegenkandidatin Beate Klarsfeld wollte sich die Kanzlerin nicht äußern. Das sei Angelegenheit des Bundespräsidenten.