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Radio Hamburg

Griechenland raus aus der Eurozone?

Angebliche Behauptung Merkels sorgt für Streit

Athen, 19.05.2012
Angela Merkel 660x500

Angela Merkel fordert die Griechen angeblich auf, selbst zu entscheiden ob sie in der Eurozone bleiben wollen oder nicht.

Während des tobenden Wahlkampfs in Griechenland sorgt die angebliche Forderung Angela Merkels, die Griechen sollten über den Verbleib in der Eurozone abstimmen für Furore.

Die Griechen sollen selbst darüber abstimmen, ob sie in der Eurozone bleiben wollen. Diesen Vorschlag soll Bundeskanzlerin Merkel der Athener Übergangsregierung gemacht haben. Das sorgt für Streit zwischen Athen und Berlin. Die Bundesregierung dementiert scharf, den Vorschlag habe Merkel angeblich nie gemacht. Ein griechischer Regierungssprecher besteht darauf: "Es ist wahr, alle griechischen Parteien sind entsprechend informiert worden."

Schwesterpartei der CDU enttäuscht

"Traumhaft Frau Merkel bläst volle Kraft in unsere Segel, damit wir erste Partei werden", sagte ein hoher Funktionär der Linksradikalen. "Merkel spricht als wäre Griechenland ein Protektorat", sagte der Chef dieser linken Partei Alexis Tsipras. Bei der griechischen Schwester Partei der CDU, herrschte Enttäuschung. Empört war auch Parteichef Andonis Samaras: "Der Vorschlag Merkels, sei eine falsche Nachricht im falschen Moment."

Parlament wurde aufgelöst

Das griechische Parlament ist erwartungsgemäß am Samstag (19.05.2012) aufgelöst worden. Wie das Staatsradio berichtete, werden die Wahlen wie geplant am 17. Juni stattfinden. Die erst vor zwölf Tagen gewählte Volksversammlung musste am Freitag zunächst formell ein Präsidium und andere Gremien wählen, um gemäß der Verfassung aufgelöst werden zu können. Es sei das kurzlebigste Parlament seit dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland, berichteten griechische Medien.

(dpa/pov)