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Radio Hamburg

Streit um Abstimmungsergebnisse erwartet

Erste Wahllokale geschlossen

Washington, 06.11.2012
Wahllokal USA 2012

Gute Wahlbeteiligung in der USA. 146 Millionen hatten sich als Wähler registrieren lassen.

Dramatisches Finale: Nach 17 Monaten Wahlschlacht haben die USA ihren Präsidenten gewählt. Genau so dramatisch soll die Stimmauszählung werden.

Bei den US-Präsidentenwahlen haben die ersten Wahllokale geschlossen. Die Abstimmung endete um Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit in ersten Wahlkreisen in den Bundesstaaten Indiana und Kentucky. In den alles entscheidendenden Swing States wird allerdings noch gewählt. Es dürfte noch Stunden dauern, bis feststeht, ob Amtsinhaber Barack Obama oder Herausforderer Mitt Romney den Sieg davonträgt.

Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama (51) geht am Dienstag mit leichtem Vorsprung in den meisten Meinungsumfragen in die Entscheidung. Sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney (65) konnte sich dennoch Chancen ausrechnen, da die Erhebungen äußerst knapp waren. Beide Kandidaten bereiteten sich daher nach Medienberichten auch auf eine lange Wahlnacht und auf einen möglichen langwierigen Streit um Abstimmungsergebnisse vor.

Mit dem Ergebnis wird frühestens am Mittwochmorgen gerechnet. Entscheidend war, wie sich die Kandidaten in den sogenannten Swing States mit ihren Wechselwählern schlagen. Hier sehen die Meinungsforscher Obama im Vorteil, während der Demokrat und der Republikaner US-weit gleichauf liegen. Nach dem US-Wahlrecht entscheiden aber die Siege in den einzelnen Staaten darüber, wer Präsident wird. Daher gilt es auch als möglich, dass Romney national die meisten Stimmen erhält, aber trotzdem die Wahl verliert.

Gute Wahlbeteiligung

Wahlberechtigt waren nach Angaben der Webseite statisticbrain.com 206 Millionen US-Bürger, 146 Millionen hatten sich als Wähler registrieren lassen. Bei der Wahl 2008 hätten 131 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben.
Obama hatte schon vor knapp zwei Wochen in seiner Heimatstadt Chicago gewählt. Er war der erste Amtsinhaber, der vor dem eigentlichen Wahltag votierte. Romney stimmte am Dienstagmorgen im Bostoner Vorort Belmont ab, wo die Familie seit Jahren lebt.

Bis zum Schluss kämpfen beide Kandidaten mit aller Härte um unentschiedene Wähler. Obama wurde nicht müde, Romney als Anwalt der Reichen zu brandmarken. Romney prangerte das Versagen des Demokraten in der Wirtschaftspolitik angesichts hoher Arbeitslosigkeit und schwacher Konjunktur an. Der Republikaner setzte sogar noch am Wahltag seine Kampagne fort: Er reiste in die heiß umkämpften Staaten Ohio und Pennsylvania. Obama würdigte den Einsatz seines Kontrahenten. Er gratulierte Romney zu dessen "schwungvollem Wahlkampf" und einem "hart umkämpften Rennen".

Schätzungsweise drei Milliarden Dollar (knapp 2,35 Mrd Euro) dürften beide Kontrahenten in die als Schicksalswahl beschworene Auseinandersetzung gesteckt haben. In der jüngsten Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC
erreichte Obama zwar erstmals seit Anfang Juli landesweit wieder 50 Prozent der Stimmen, während Romney nur auf 47 Prozent kam. Doch war das Ergebnis - wie derzeit bei zuletzt nahezu allen Umfragen - anfällig für statistische Fehler.

Welche Staaten schließen wann die Wahllokale?

Traditionell liegen schon zwei Ergebnisse aus dem Bundesstaat New Hampshire früh vor. Im Ort Hart's Location trägt Obama - wie vor vier Jahren - einen ersten Erfolg davon: 23 Bewohner stimmten für ihn, neun für Romney. Unentschieden endete das Rennen im Dorf Dixville Notch nahe der kanadischen Grenze: Auf je fünf Stimmen kamen die Kandidaten. Erstmals in der Geschichte kam es dort zu einem Patt. 2008 ging Dixville Notch noch mit 15 zu 6 an Obama. Offiziell begann der Wahltag um fünf Uhr morgens Ortszeit (11 Uhr MEZ) im Bundesstaat Vermont.

(dpa/aba)