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Radio Hamburg

Drohende Altersarmut

Geschäft mit der Angst

RHH - Expired Image

Weil die gesetzliche Rente nicht reicht, sollen wir privat fürs Alter vorsorgen.

Politiker fordern uns auf, Geld in private Altersvorsorge zu stecken. Aber warum macht die Politik uns Angst und untergräbt das Vertrauen in die gesetzliche Rente?

Weil es unsere Politiker verpasst haben, das Rentensystem rechtzeitig auf so sichere Beine zu stellen, dass die Menschen nach jahrzehntelanger Vollzeit-Arbeit auch von der Rente leben können, werden die Renten in den kommenden 20 Jahren auf ein erschreckend niedriges Niveau sinken. Das "böse" Wort, das Bundesarbeitsministerin von der Leyen dazu auf den Markt geworfen hat, lautet Altersarmut. Deshalb werben viele Politiker für die private Vorsorge - und spielen damit vor allem der Branche der Finanzvermittler, Banken und Versicherer in die Hände.

Wirtschaftsexperte Winfried Schmähl, warum macht die Politik uns Angst und untergräbt das Vertrauen in die gesetzliche Rente?

"Das Argument hinsichtlich der gesetzlichen Rente war ja eindeutig: Man will die Leute animieren, privat vorzusorgen, was natürlich durchaus im Interesse vieler Anbieter von Finanzmarktprodukten ist. Und es ist leider so, dass man immer wieder feststellen muss, dass mit Angst gerne Politik gemacht wird."

Angst ist aber der schlechteste Berater. Kerstin Becker-Eiselen von der Hamburger Verbraucherzentrale: Vor welchen häufigen Fehlern warnen Sie Menschen, die privat fürs Alter vorsorgen wollen?

"Die häufigsten Fehler sind die, dass Verbraucher sparen, die eigentlich gar nicht sparen können. Das bedeutet: Wenn ich permanent mit meinem Dispo im Minus bin, dann brauche ich mich um Altersvorsorge nicht zu kümmern. Das ist eine große Panikmache in dem Zusammenhang. Man muss sich überlegen: Kann ich überhaupt sparen? Das zweite ist: Ich sollte einen Sparvertrag nehmen und nicht irgendwelche komplizierten Verträge wie zum Beispiel Lebensversicherungen oder irgendwelche Verträge, die mir am grünen Tisch mit einer horrenden Rendite versprochen werden."

Die Rede ist derzeit von späterer Altersarmut bei Gering- und Normalverdienern. Was aber sollen die denn im Monat noch sparen?

Kerstin Becker-Eiselen: "Sparen kann wirklich nur der, der auch wirklich was übrig hat. Ein Gering- oder Normalverdiener wird es schwer haben mit der Altersvorsorge."

Viele Leute glauben ja, dass sie beim Riestern etwas dazubekommen, das stimmt aber so nicht - erklären Sie bitte die Fallstricke beim  "Riestern".

"Die private Rentenversicherung ist die, von der wir in jedem Falle abraten, weil sie mit sehr viel Kosten verbunden ist, so dass unterm Strich die Zulagen ins Leere gehen", erklärt Kerstin Becker-Eiselen.