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Radio Hamburg

Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock"

Crewmitglieder sollen Rechtsrock gehört haben

Rostock/Kiel/Bremen, 15.08.2013
Gorch Fock, Hamburg

Nach dem Unfalltod einer Kadettin im Jahr 2010 war es wieder ruhiger geworden um das Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock". Jetzt gibt es neuen Ärger.

Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock" ist wieder in den Schlagzeilen: Besatzung soll bei der Arbeit laut Rechtsrock gehört haben.

Das Segelschulschiff "Gorch Fock" ist erneut in die Schlagzeilen geraten. Einem NDR-Bericht zufolge sollen Crewmitglieder bei der Arbeit an Bord laut Rechtsrock gehört haben. Die Überprüfung des Vorfalls ergab nach den Worten von Marinesprecher Uwe Rossmeisl, dass der abgespielte Titel nicht als jugendgefährdend auf dem Index steht. Die Band sei derzeit nicht als rechtsextreme Musikgruppe eingestuft, damit sei beim Titel keine strafrechtliche Relevanz gegeben, sagte er am Donnerstag. "Der Verdacht eines Dienstvergehens entfällt."

Probleme mit Rechtsextremismus

Das Abspielen nicht verbotener, jedoch grenzwertiger Musik sei dennoch nicht nur eine Frage des Geschmacks. Alle Vorgesetzten stünden vor der permanenten Herausforderung, ihre Untergebenen zu sensibilisieren. "Das Thema Rechtsextremismus steht in der Marine wie in der Bundeswehr insgesamt im Fokus aufmerksamer Beobachtung, und extremistischen Tendenzen wird mit Entschiedenheit entgegen getreten", versicherte Rossmeisl. Nach Angaben der NDR-Sendung "Panorama 3" stammt die Musik von der Band "Kategorie C", einer Hooligan-Band aus Bremen, die im Verfassungsschutzbericht 2012 der Hansestadt erwähnt wird.

Fernsehteam dokumentierte Vorfall

"Die Band ist besonders wegen ihrer gewaltverherrlichenden Lieder auch in der rechtsextremistischen Skinhead- und Neonazi-Szene beliebt", heißt es in dem Bericht. "Ihre Konzerte tragen zur Mobilisierung und zum Zusammenhalt der Szene bei, schaffen die Möglichkeit zum Kontakt und geben Gelegenheit zur Rekrutierung von Sympathisanten für die Szene." Die Band sei ein "Bindeglied zwischen der Hooligan-Szene und dem Rechtsextremismus". Ein NDR-Fernsehteam hatte die "Gorch Fock" auf einer ihrer ersten Fahrten nach dem Tod einer Offiziersanwärterin begleitet und dabei auch Crewmitglieder bei der Arbeit gefilmt. Dabei wurde die laute Rockmusik mit aufgenommen.

Die Ausbildung auf der "Gorch Fock" war im November 2010 nach dem tödlichen Sturz einer 25-jährigen Kadettin aus der Takelage ausgesetzt worden. Wenige Wochen später hagelte es Negativ-Schlagzeilen über chaotische Zustände auf dem Schiff. (dpa/apr)

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