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Radio Hamburg

Olaf Glaeseker

Wulffs Ex-Sprecher wegen Bestechlichkeit vor Gericht

Hannover, 06.09.2013
Olaf Glaeseker, Wulff Prozess

Olaf Glaeseker, der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, muss sich vor Gericht verantworten.

Der Prozess gegen den Ex-Sprecher Olaf Glaeseker beginnt am 9. Dezember. Wulffs Prozess startet dagegen schon im November.

Der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff muss von Dezember an wegen Bestechlichkeit vor Gericht. Das Landgericht Hannover ließ am Freitag die Anklage gegen Ex-Sprecher Olaf Glaeseker und den Partymanager Manfred Schmidt zu. Der Prozess beginnt am 9. Dezember. Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft Glaeseker vor, bestechlich gewesen zu sein: Der damalige Wulff-Sprecher soll dem Partymanager Schmidt bei der Sponsorensuche für die Promi-Fete "Nord-Süd-Dialog" geholfen haben. Schmidt soll damit rund eine Million Euro Gewinn gemacht haben - im Gegenzug habe der Mananger Glaeseker zu Urlauben in seine Häuser nach Spanien und Frankreich eingeladen.

Auch Ex-Bundespräsident Christian Wulff vor Gericht

Vor anderthalb Wochen hatte das Landgericht Hannover auch die Anklage gegen Wulff zugelassen. Er kommt rund einen Monat früher - vom 1. November an - vor Gericht. Sein Fall wird von einer anderen Strafkammer verhandelt. Wulff wird anders als Glaeseker nur Vorteilsnahme vorgeworfen. Er habe sich einen Oktoberfestbesuch teilweise vom Filmproduzenten David Groenewold bezahlen lassen. Landgerichtssprecher Martin Grote sagte, das Verfahren gegen Glaeseker sei insgesamt umfangreicher als das gegen Wulff.

Lest auch: Ex-Bundespräsident: Christian Wulff muss sich vor Gericht verantworten

Ex-Bundespräsident Christian Wulff kommt in Hannover vor Gericht. Er muss sich wegen Vorteilsannahme verantw ...

Definition der Bestechlichkeit

Der Tatbestand der Bestechlichkeit ist im Strafgesetzbuch in Paragraf 332 geregelt. Dort heißt es: "Ein Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter, der einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er eine Diensthandlung vorgenommen hat oder künftig vornehme und dadurch seine Dienstpflichten verletzt hat oder verletzen würde, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Der Versuch ist strafbar."

Der Fall Christian Wulff - Eine Übersicht

Mit einem günstigen Privatkredit für sein inzwischen verkauftes Haus in Burgwedel ging die Affäre los, die 2012 zum Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident führte.

25. Oktober 2008: Christian Wulff, damals niedersächsischer Ministerpräsident, erhält von der Unternehmergattin Edith Geerkens einen Privatkredit über 500.000 Euro zum Kauf eines Hauses.

13. Dezember 2011: Die "Bild"-Zeitung berichtet erstmals über Wulffs Hauskauf-Finanzierung. Zuvor hatte der Bundespräsident auf der Mailbox von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann mit Konsequenzen gedroht, falls die Geschichte erscheint.

15. Dezember 2011: Wulff bedauert in einer Mitteilung, den Kredit im Februar 2010 im Landtag in Hannover nicht erwähnt zu haben.

22. Dezember 2011: Wulff entschuldigt sich für die entstandenen Irritationen. Zugleich entlässt er seinen Sprecher Olaf Glaeseker.

19. Januar 2012: Die Staatsanwaltschaft durchsucht Glaesekers Privathaus in Wunstorf und nimmt Ermittlungen wegen Bestechlichkeit gegen ihn wegen seiner Beziehung zu Partymanager Manfred Schmidt auf.

16. Februar 2012: Die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt die Aufhebung der Immunität Wulffs, um auch gegen ihn Ermittlungen führen zu können.

17. Februar 2012: Wulff tritt zurück. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Urlauben auf Sylt und eines Oktoberfest-Besuchs, den teilweise Filmproduzent David Groenewold bezahlt haben soll.

2. März 2012: Ermittler durchsuchen Wulffs Haus in Großburgwedel.

12. April 2013: Die Staatsanwaltschaft klagt Wulff wegen Bestechlichkeit und den Filmproduzenten David Groenewold wegen Bestechung an. Zur Finanzierung von zwei Sylt-Urlauben stellten die Ermittler das Verfahren mangels Tatverdachts ein.

27. August 2013: Das Landgericht Hannover eröffnet das Hauptverfahren gegen Wulff wegen Vorteilsnahme. Der Prozess soll am 1. November beginnen.

6. September 2013: Das Landgericht eröffnet auch das Hauptverfahren gegen Ex-Sprecher Glaeseker wegen Bestechlichkeit. Der Prozess startet am 9. Dezember.  (dpa/apr)

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