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Radio Hamburg

Ukraine

Ausschreitungen: Zahl der Opfer steigt

Kiew, 25.01.2014
Ukraine Kiew Klitschko Brennende Barrikaden Getty

Demonstranten werfen mit Steinen und Brandsätzen, Polizisten reagieren mit Tränengas und Blendgranaten.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam es am Freitagabend (24.01.14) erneut zu Auseinandersetzungen.

Im ukrainischen Machtkampf ist es nach einem kurzen Waffenstillstand zu neuen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sondereinheiten der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte drohten den hinter Barrikaden verschanzten Regierungsgegnern in Kiew am Samstag mit einer Offensive, sollten sie nicht zwei entführte Milizionäre herausgeben. Die Demonstranten wiesen die Schuld am Verschwinden der Polizisten zurück.

Neuer Chef der Verwaltung

Nach dem Agrarministerium besetzten Regierungsgegner Büros des Energieministeriums. Der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch ernannte unterdessen seinen Vertrauten Wladimir Makejenko zum neuen Chef der Verwaltung in Kiew. Der bisherige Parlamentsabgeordnete Makejenko, der in Russland geboren ist, gilt als Befürworter einer "harten Linie" gegen die prowestlichen Demonstranten. 

Internationale Vermittlung notwendig

Der Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk sprach sich mit Nachdruck für eine Beteiligung des Europarats zur Beilegung des seit zwei Monaten andauernden Konflikts in der Ex-Sowjetrepublik aus. "Ohne Vermittlung unserer westlichen Partner wird die politische Krise nur schwer zu beenden sein", sagte er nach einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle in Kiew. Füle forderte beide Seiten auf, die Gewalt zu stoppen und den Dialog fortzusetzen.

Klitschko fordert Rücktritt

Präsident Janukowitsch stellte zuletzt zwar Zugeständnisse in Aussicht. Die Regierungsgegner sehen dies jedoch nur als "Hinhaltetaktik".Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko fordert Janukowitschs Rücktritt. Der Präsident versuche, sich "um den Preis von Blut und Destabilisierung an der Macht zu halten", sagte der frühere Boxer.

Demonstranten werfen Steine und Brandsätze

Demonstranten in Kiew warfen in der Nacht wieder Steine und Brandsätze auf Sicherheitskräfte. Polizisten attackierten Regierungsgegner mit Blendgranaten und Tränengas. Erneut brannten Barrikaden.

Zahl der Opfer steigt

Bei den Ausschreitungen ist offenbar ein weiterer Demonstrant ums Leben gekommen. Der 45-Jährige ist Medienberichten zufolge im Krankenhaus gestorben. Damit steigt die Zahl der Opfer nach Angaben der prowestlichen Opposition auf sechs. Die Behörden sprechen von drei Toten. Die Stimmung ist weiter angespannt.

Leichenfund abseits der Zusammenstöße

Für zusätzliche Spannungen sorgte eine Mitteilung des Innenministeriums, dass abseits der Zusammenstöße die Leiche eines Polizisten gefunden wurde. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Bisher bestätigten die Behörden drei tote Aktivisten. Hunderte Menschen wurden verletzt, darunter auch viele Sicherheitskräfte. 

Offizielle Gebäude besetzt

Im nationalistisch geprägten Westen des Landes hielten Demonstranten in mehreren Städten weiter offizielle Gebäude besetzt. In Winniza stürmten Regierungsgegner den Sitz des örtlichen Rats. Die Miliz lasse die Demonstranten gewähren, sagte ein Parteikollege der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow lobte unterdessen in Moskau die Rolle des Westens als "konstruktiver" als zu Beginn des Machtkampfs in Kiew. Bei Gesprächen am Rande der Syrien-Friedenskonferenz in Montreux habe er den Eindruck gewonnen, dass Spitzenpolitiker der EU und USA mittlerweile die Lage in der Ukraine "besser verstehen" würden, sagte er im Staatsfernsehen. 

Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Janukowitsch im November 2013 auf Druck Russlands ein von der Opposition als historische Chance betrachtetes Annäherungsabkommen mit der EU auf Eis gelegt hatte.

(dpa/eli)