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Radio Hamburg

Ukraine

Opposition fordert Janukowitschs Rücktritt

Kiew , 23.01.2014
Janukowitsch, Ukraine, Präsident, Kiew

"Janukowitsch hat die größtmögliche Schande über die Ukraine gebracht. An seinen Händen klebt jetzt Blut", schrieb der Protestanführer Vitali Klitschko.

Die Gewalt gegen die Regierungsgegner in der Ukraine macht die Protestbewegung noch stärker, glaubt deren Anführer Klitschko. Weitere Gewalt wird befürchtet.

Nach der Eskalation der Anti-Regierungs-Proteste in der Ukraine hat die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch ein Ultimatum gestellt.

Rücktritt gefordert

Der Staatschef müsse binnen 24 Stunden zurücktreten, sagten die Anführer der Protestbewegung am Mittwochabend auf dem Unabhängigkeitsplatz im Zentrum Kiews und riefen zum Widerstand gegen Janukowitsch auf. "Wenn es eine Kugel in den Kopf gibt, dann gibt es eine Kugel in den Kopf", sagte der frühere Außenminister Arseni Jazenjuk.

Brutale Gewalt der Sicherheitskräfte

Der seit Wochen friedliche Machtkampf in dem Land war am Mittwoch in brutale Gewalt umgeschlagen. Hunderte Demonstranten wurden bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften verletzt. Die Opposition sprach von drei bis sieben toten Regierungsgegnern. Zwei Menschen starben nach Behördenangaben, sie wurden erschossen. Einen offiziellen Schießbefehl gab es nicht. Wer die tödlichen Schüsse abfeuerte, blieb zunächst unklar.

"An seinen Händen klebt jetzt Blut"

Die Opposition machte die Sicherheitskräfte für die Gewaltverantwortlich. "Janukowitsch hat die größtmögliche Schande über die Ukraine gebracht. An seinen Händen klebt jetzt Blut", schrieb der Protestanführer Vitali Klitschko in einem Gastbeitrag in der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). Die Regierung hingegen warf der Opposition vor, die Menschen zu Unruhen aufgewiegelt zu haben. Janukowitsch rief seine Landsleute auf, "nach Hause zurückzukehren". In der Ukraine müsse «Frieden, Ruhe und Stabilität" wiederhergestellt werden.

Gespräche blieben ergebnislos

Ungeachtet der Gewalt, der Einschränkungen des Versammlungsrechts und der Eiseskälte harrten in der Nacht dennoch erneut Tausende Regierungsgegner im Zentrum Kiews aus. Mehrere Oppositionspolitiker, darunter Klitschko und Jazenjuk, hatten sich zuvor über drei Stunden mit Janukowitsch getroffen, um ein Ende der Gewalt zu erreichen. Die Gespräche seien ergebnislos verlaufen, hieß es im Anschluss. Am Donnerstag wird daher eine weitere Eskalation befürchtet.

Janukowitsch sei Schuld

Klitschko geht derweil von einem weiteren Zulauf für die Protestbewegung aus. Janukowitsch werde es nicht gelingen, der Opposition die Schuld "für das Chaos" zuzuschieben, schrieb der frühere Boxweltmeister in der «Bild»-Zeitung weiter. "Das Volk weiß genau, dass nur er dafür verantwortlich ist, dass er selbst diese unglaublichen Gesetze erlassen hat." Daher sei er überzeugt davon, "dass in den nächsten Tagen so viele Menschen wie noch nie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in der Ukraine auf die Straße gehen."

Dialog mit Gegnern

Das US-Außenministerium betonte, die Spannungen seien die direkte Folge der Weigerung der Regierung, einen echten Dialog mit ihren Gegnern zu führen. Die bislang friedlichen Proteste waren Ende November ausgebrochen, nachdem Janukowitsch auf Druck Russlands den Abschluss eines EU-Partnerschaftsabkommens auf Eis gelegt hatte.

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(dpa/kru)

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