Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Ukraine

Proteste eskalieren - Drei Tote in Kiew

Kiew, 22.01.2014
RHH - Expired Image

Oppositionspolitiker Vitali Klitschko traf sich nach den gewaltsamen Protesten in Kiew zu einem Krisentreffen mit Präsident Viktor Janukowitsch.

Für die Eskalation in Kiew machen sich die prowestliche Opposition und die russlandfreundliche Führung gegenseitig verantwortlich.

Der blutige Machtkampf zwischen den Regierungsgegnern und der prorussischen Führung in der Ukraine hat sich mit dem Tod von wohl drei Demonstranten dramatisch zugespitzt. Oppositionspolitiker Vitali Klitschko gab Präsident Viktor Janukowitsch die Schuld an den Opfern. "Heute schießt die Regierung als Antwort auf die Forderungen der Menschen auf das eigene Volk", sagte der Ex-Boxweltmeister. Die Regierung warf der Opposition hingegen vor, die Menschen zu Unruhen aufgewiegelt zu haben.

Wer hat geschossen?

Walter Steinmeier zeigte sich besorgt über die Entwicklung in der Ukraine. Die EU drohte der Regierung in Kiew mit möglichen "Konsequenzen". Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass zwei Männer in der Hauptstadt erschossen wurden, nannte aber keine Täter. Die Hintergründe waren zunächst unklar. In Kiew überwog bei unabhängigen Beobachtern die Meinung, dass Scharfschützen der Sicherheitskräfte geschossen hätten. Die Regierung wies das zurück.

Ein Waffeneinsatz gegen die Opposition wäre beispiellos seit der Unabhängigkeit der früheren Sowjetrepublik 1991. Präsident Janukowitsch ordnete eine Untersuchung der Fälle an. Ein dritter Demonstrant starb nach Angaben von Regierungsgegnern nach einem Sturz aus rund 13 Metern Höhe auf der Flucht vor der Polizei. Medien zufolge soll er Brandsätze auf Beamte geworfen haben.

Lest auch: Ukraine: Mindestens zwei Tote bei Zusammenstößen

In Kiew sollen bei erneuten Zusammenstößen von Demonstranten und der Polizei mindestens zwei Menschen ums Leben g ...

Eine Sondereinheit der Polizei stürmte am Mittwoch (22.01.) die Barrikaden radikaler Regierungsgegner vor dem Dynamo-Stadion im Stadtzentrum. Dabei setzten die Milizionäre Tränengas und Blendgranaten ein. Dutzende Oppositionelle wurden festgenommen. Die Regierung erlaubte den Sicherheitskräften ausdrücklich auch den Einsatz von Wasserwerfern, obwohl dies bei starkem Frost sonst verboten ist. Gewaltbereite Demonstranten leisteten Widerstand und warfen Brandsätze und Steine.

Die Regierungsgegner fordern Neuwahlen sowie die Rücknahme umstrittener Gesetze. Die weitreichenden und international umstrittenen Einschränkungen etwa der Pressefreiheit und des Versammlungsrechts traten am Mittwoch in Kraft. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die Eskalation. EU Kommissionspräsident José Manuel Barroso drohte der Regierung in Kiew "mögliches Handeln" der EU an. "Wir sind aufrichtig besorgt, wohin diese Ereignisse die Ukraine tragen", sagte er.

Lest auch: Proteste in der Ukraine: Oppositioneller Klitschko ruft zur Vernunft auf

In der Ukraine sind die friedlichen Proteste auf dem Unabhängigkeitsplatz gegen den prorussischen Staatschef Vikt ...

Klitschko traf sich zu einem Krisentreffen mit Janukowitsch. An dem Gespräch im Präsidialamt nahmen unter anderem auch die Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk und Oleg Tjagnibok sowie Justizministerin Jelena Lukasch teil. Bisherige Treffen waren gescheitert. Die bislang friedlichen Proteste waren Ende November ausgebrochen, nachdem Janukowitsch auf Druck Russlands den Abschluss eines Partnerschaftsabkommens mit der EU auf Eis gelegt hatte.

Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge waren die Leichen der Erschossenen in die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften gebracht worden. Ein Unbekannter habe die Behörden per Notruf informiert. "Für die Erschießung ukrainischer Bürger werden sich Präsident Viktor Janukowitsch und Innenminister Vitali Sachartschenko verantworten müssen", teilten die drei Oppositionsparteien im Parlament in einer gemeinsamen Erklärung mit.

 

Regierungschef Nikolai Asarow sagte bei einer Kabinettssitzung, die Verantwortung für die Opfer, "die es leider bereits gibt", liege bei den Organisatoren und Teilnehmern der Massenunruhen. Niemand könne die Teilnehmer der Ausschreitungen als friedliche Demonstranten bezeichnen. Sie seien "Kriminelle". Er wies Vorwürfe zurück, dass die Sicherheitskräfte Schusswaffen eingesetzt hätten. Janukowitsch rief seine Landsleute auf, "nach Hause zurückzukehren". In der Ukraine müsse "Frieden, Ruhe und Stabilität" wiederhergestellt werden. Die Justiz ordnete Untersuchungshaft gegen Oppositionelle an. Sie sollen Polizisten angegriffen haben. Dafür droht jahrelange Haft.

comments powered by Disqus