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Radio Hamburg

TV-Duell

Schlagabtausch am Sonntag: Merkel gegen Schulz

Merkel Schulz

Am Sonntag steigen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz das erste und einzige Mal in den Polit-Ring. Das Interesse ist groß – die Erwartungen mäßig.

Einer der Höhepunkte im Endspurt des Wahlkampfs steht an: am Sonntagabend (03.09.2017), um 20:15, treten Angela Merkel und Martin Schulz in einem TV-Duell gegeneinander an. Es wird das einzige direkte Aufeinandertreffen der beiden Konkurrenten sein. Vier Sender werden den Schlagabtausch zwischen der amtierenden Kanzlerin und dem ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments gleichzeitig übertragen. Der bisher eher schleppende Wahlkampf könnte noch einmal an Tempo aufnehmen. Denn bisher liegt die CDU in Umfragen deutlich vor der SPD, laut Forsa 38% zu 24 % (Stand: 30.08.2017).

Wer moderiert das TV-Duell?

Wie schon im TV-Duell zur Bundestagswahl 2013 werden Sandra Maischberger, Maybrit Illner und Peter Klöppel das TV-Duell moderieren. Damals war Stefan Raab als vierter Moderator dabei, da dieser aber bekanntlich seine TV-Karriere beendet hat, übernimmt seinen Platz Claus Strunz. Übertragen wird das TV-Duell auf den Heimatsendern der Moderatoren: ARD, ZDF, RTL und SAT1. Außerdem könnt Ihr das Duell im Livestream bei daserste.de, zdf.de, rtl.de und sat1.de verfolgen.

Großes Interesse bei Wählern

Es darf damit gerechnet werden, dass dieses TV-Duell weit höhere Einschaltquoten verzeichnet als das im Jahr 2013 zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück (ca. 18 Millionen). In einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des "Stern", gaben 48 Prozent aller 61,5 Millionen Wahlberechtigten an, sich das TV-Duell anschauen zu wollen. Von diesen 48 Prozent gaben 22 Prozent der Befragten an, dass sie das TV-Duell in ihrer Wahlentscheidung noch beeinflussen kann. Umgerechnet wären das etwa 6,8 Millionen Wahlberechtigte. Außerdem könnte der Ausgang auch Einfluss auf einen großen Teil der Unentschlossenen haben. 43 Prozent der Wahlberechtigten, die noch unentschlossen sind wen und ob sie wählen, geben an, dass das TV-Duell ihre Entscheidung beeinflussen wird.

Bundeskanzleramt lehnt neue Gestaltung ab

Eigentlich war von den vier Fernsehanstalten angedacht, das Format dramaturgisch neu zu gestalten. So sollte es für die beiden Moderatorenpaare, bestehend aus Maybrit Illner und Peter Klöppel sowie Sandra Maischberger und Claus Strunz, jeweils einen Block von je 45 Minuten geben, um eine klarere Struktur sowie mehr Spontaneität und Vertiefung zu ermöglichen. Vertreter der Bundeskanzlerin lehnten dies allerdings ab, wie die ARD auf ihrer Internetseite berichtet. Auch den Wunsch der Sender nach zwei TV-Duellen lehnte die Kanzlerin ab. Merkel-Vertraute Eva Christiansen und Regierungssprecher Steffen Seibert hatten zu verstehen gegeben, dass die Kanzlerin einem Duell unter diesen Bedingungen notfalls fernbleiben würde.

Die Kritik wächst

Das stößt zuweilen auf herbe Kritik. Der ehemalige Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Bender, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Kanzlerin. So sagte er "Spiegel Online", die Einigung sei nur unter Erpressung des Kanzleramtes zustande gekommen. Dieses Fernsehformat sei in dieser Form eine "Missgeburt". Auch der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück übte Kritik. Er nennt das Vorgehen der Kanzlerin "demokratietheoretisch verheerend". Sie entziehe sich einem direkten Vergleich, "dabei lebt der Wahlkampf vom Wettbewerb der Positionen und Personen."

Am Sonntagabend um 20.15 Uhr könnt Ihr Euch selbst ein Bild von den Kandidaten und ihren Positionen machen.

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