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Radio Hamburg

Schwere Gewalt in England

London-Krawalle fordern ersten Toten

Gewalt in London

Auch in dieser Nacht haben Randalierer Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt.

Bei den Aufständen in London hat es einen ersten Toten gegeben. Der 26-jährige Mann hatte mehrere Schusswunden.

London - Schon Montag Nacht wurde der 26-Jähriger mit mehreren Schusswunden in einem Auto im Bezirk Croydon gefunden. Der Mann verstarb jetzt im Krankenhaus. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Als der Mann Montag (08.08.2011) Nacht entdeckt wurde, waren noch zwei Personen bei ihm, die im Besitz von Diebesgut waren. Sie wurden vorerst festgenommen.

Neben mehr als 20 Unruhestiftern wurden auch über 40 Polizisten verletzt. Schon jetzt befindet sich die Höhe der Sachbeschädigung im mehrstelligen Millionen Bereich.

Seit Montag Nacht haben sich die Krawalle auf weitere Städte Englands ausgedehnt. So wurden auch Liverpool, Birmingham und Bristol von vermummten Randalierern heimgesucht, die auf die Straßen gingen und Fahrzeuge sowie Häuser in Brand setzten. Premierminister David Cameron hat für Dienstag den Nationalen Sicherheitsrat zusammengerufen, um die Lage zu besprechen. "Was hier passiert, kann einfach nicht entschuldigt werden", sagte Scotland Yard-Chefin Christine Jones zu den Szenen auf den Straßen Londons.

Als vorbeugende Maßnahme gegen weitere Ausschreitungen wurde der im Osten Londons ansässige Erstligist West Ham United von Scotland Yard gebeten, sein Cup-Spiel gegen Aldershot zu verschieben. Außerdem hat der britische Fußball-Verband unterdessen das für morgen angesetzte Länderspiel zwischen England und den Niederlanden aus Sicherheitsgründen abgesagt.

In Ealing im Westen gingen maskierte Jugendliche in der Nacht zu Dienstag auf Raubzug und setzten dabei Mülltonnen in Brand. Zahlreiche Schaufenster gingen zu Bruch. In dem Gebiet waren zunächst nur wenige Polizisten im Einsatz. Im Stadtteil Croydon brannte ein ganzer Straßenzug, aus einem Möbellager schlugen noch in der Nacht meterhoch die Flammen. Polizei und Feuerwehr schienen völlig überfordert.

Auch in den Stadtteilen Clapham, Peckham, Hackney, Ealing und Lewisham gab es am Montag Krawalle.

Vorausgegangen war eine Demonstration von Einheimischen in der Nacht zum Sonntag, die Antworten auf Fragen nach dem Tod des 29-Jährigen vermissten. Die Familie des Getöteten und deren Umfeld glaubt nicht an die Version der Polizei, der 29-Jährige habe aus einem Taxi heraus das Feuer eröffnet. Eine polizeiinterne Untersuchung ist im Gange.

Die Hamburger Journalistin Leslie Herbst lebt und arbeitet seit vier Jahren in London. Wir haben sie gefragt, wie sie die Krawalle vor Ort erlebt:

„Natürlich hört man viel, weil Kollegen bei der Arbeit viel von ihren Eindrücken schildern, einige leben sogar in diesen Bezirken. Die ganze Geschäfte sehen aus wie ein Schlachtfeld und eine andere Kollegin hat erzählt, dass sie dort in der Gegend aufgewachsen ist, nennt sich Enfield und sie hat gesagt, das kann man gar nicht glauben. Natürlich kennt sie die ganzen Leute, die dort in den Geschäften arbeiten. Teils werden Geschäfte geschlossen, einige sind nicht wiederzuerkennen, sind total zertrümmert und abgebrannt. Das geht einem natürlich ziemlich nahe.“

Was ist Tottenham denn für ein Stadtteil Londons?

„Das ist natürlich nicht ‚Central London‘, also hier tobt nicht das Leben. Es ist eher ein Außenbezirk, mehr oder weniger vergleichbar mit dem Speckgürtel in Hamburg.“

Und was leben dort für Menschen?

„Das sind eher ausländische Familien, also nicht gerade welche mit einem dicken Portemonnaie.“

Entsprechend sind es auch überwiegend deren Kinder, die dort jetzt Krawall machen?

„Hier wurde das Alter in den Medien mit 10-14 Jahren beschrieben. Das ist natürlich ziemlich krass, wenn man sich das mal vorstellt.“