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Radio Hamburg

Trauer und Fassungslosigkeit in Belgien

Leiche im Haus des Amokläufers

Lüttich Google Maps

Das Blutbad in der belgischen Stadt Lüttich hat mindestens fünf Todesopfer gefordert.

Nach dem Anschlag in Lüttich steigt die Zahl der Todesopfer auf mindestens fünf. Jetzt wurde im Haus des Amokläufers die Leiche seiner Putzfrau entdeckt.

Lüttich - Trauer und Fassungslosigkeit in Belgien: Einen Tag nach der Bluttat mit fünf Toten in Lüttich geht das Rätselraten um das Motiv des Täters Nordin A. weiter. Der 33-Jährige, der Granaten warf und offenbar wahllos mitten im weihnachtlichen Einkaufstrubel auf die Menschen schoss, war der Polizei als gewalttätig bekannt und bereits wegen illegalen Waffenbesitzes vorbestraft. Er sei ein Einzeltäter gewesen, ein terroristischer Hintergrund werde ausgeschlossen, teilten die Behörden mit. Nach der Tat hatte sich der Mann den Angaben zufolge selbst erschossen.

Amokläufer tötete seine Putzfrau

Schon bereits vor seiner Bluttat hat der Attentäter eine Frau getötet. Wie die Staatsanwaltschaft der belgischen Nachrichtenagentur Belga entsprechende Medienberichte bestätigte, sei in einem Schuppen, in dem Nordin A. Cannabis angebaut hat, nahe des Weihnachtsmarktes die Leiche einer Frau um die 40 Jahre gefunden worden. Dabei handelt es sich um seine Putzfrau, die der Amokläufer erschossen hat. Für den Tag des Attentats war der Täter zu einer Anhörung bei der Polizei geladen, ist dort aber nicht erschienen.

Mindestens fünf Tote

Die Zahl der Todesopfer stieg in der Nacht zum Mittwoch auf insgesamt mindestens fünf. Wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Krankenhausangaben berichtete, starb am späten Dienstagabend ein erst 17 Monate altes Kleinkind an seinen schweren Verletzungen. Die Zeitung «la Libre» berichtete in ihrer Onlineausgabe von zwei weiteren Todesopfern, die jedoch nicht offiziell bestätigt wurden. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Mehrere von ihnen befanden sich am Mittwochmorgen noch in kritischem Zustand, darunter ein 20-Jähriger, der schwere Hirnverletzungen erlitten hatte. Viele der Opfer seien von Geschossen oder Splittern verletzt worden, hieß es.

Am Mittwochabend sollte nach einem Bericht des belgischen Rundfunks RTBF mit einer Schweigeminute vor dem Fußball-Europa-League-Spiel des RSC Anderlecht gegen Lokomotive Moskau der Opfer gedacht werden.

Amoklauf mit Handgranaten und Waffen

Der 33 Jahre alte Nordin A. hatte am Dienstagmittag auf einem zentralen Platz in der Innenstadt von Lüttich gleich neben einem Weihnachtsmarkt Handgranaten gezündet und um sich geschossen. Außer dem Kleinkind und dem Täter selbst starben auch zwei 15 und 17 Jahre alte Jugendliche sowie eine 75-Jährige Frau. Wie die Lütticher Staatsanwältin Danièle Reynders mitteilte, war der 33-Jährige wegen seiner Gewaltdrohungen polizeibekannt. 2008 war er wegen illegalen Waffenbesitzes zu knapp fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am Dienstag sollte er zu einer Anhörung bei der Polizei erscheinen, tauchte dort aber nicht auf. Der Anschlag ereignete sich gegen Mittag auf dem St.-Lambert-Platz in der Innenstadt, gleich neben einem Weihnachtsmarkt. Der Attentäter wohnte ganz in der Nähe. Er warf nach ersten Erkenntnissen mehrere Handgranaten auf eine Bushaltestelle, an der viele Menschen warteten, dann schoss der 33-Jährige auf die Wartenden

Laut Staatsanwaltschaft starb einer der beiden Jungendlichen noch am Tatort, meldete Belga. Das knapp anderthalb Jahre alte Kleinkind erlag nach Krankenhausangaben am späten Abend um 22.45 Uhr seinen schweren Verletzungen.

Ensetzen und tiefe Trauer

Das Blutbad sorgte für Entsetzen und tiefe Trauer. Der belgische Premierminister Elio Di Rupo besuchte ebenso wie König Albert II. den Tatort. "Das ganze Land teilt Ihren Schmerz", sagte Di Rupo an die Adresse der Familien der Opfer. Er betonte, es habe sich um einen Einzeltäter und nicht um Terrorismus gehandelt. Auch der Lütticher Bürgermeister Willy Demeyer sprach von einer "Einzeltat, die tiefe Betroffenheit im Herzen der Stadt gesät hat". Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte am Abend in Berlin: "Wir trauern mit Belgien um die Opfer dieses Verbrechens. Den Angehörigen und Freunden gilt unser Mitgefühl, und den Verletzten wünschen wir baldige Genesung."

(dpa)