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Radio Hamburg

Massaker

Norwegen unter Schock

Trauer in Norwegen

Ganz Norwegen trauert und steht unter Schock. Die Menschen wollen der fast 100 Toten mit einer Schweigeminute gedenken.

Der geständige Attentäter Anders Behring Breivik soll Montag (25.07.2011) in Oslo einem Haftrichter vorgeführt werden.

Oslo - 60 Sekunden hat Norwegen still gestanden. In einer Schweigeminute haben die Menschen gemeinsam mit ihren Nachbarn in Schweden am Mittag den Opfern des Bombenanschlages in Oslo und des Massakers im Jugendlager auf der Insel Utøya gedacht.

Unterdessen soll der geständige Attentäter Anders Behring Breivik in Oslo einem Haftrichter vorgeführt werden. Der 32-Jährige hat am Freitag auf der Fjordinsel  mindestens 86 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers getötet. Kurz vorher starben mindestens sieben Menschen durch eine von dem Rechtsradikalen platzierte Autobombe im Osloer Regierungsviertel.

"Es sah aus, als habe er Spaß"

Nach den Ermittlungen handelte der Massenmörder wahrscheinlich als Einzeltäter. Neun Jahre lang soll er seine Taten geplant haben. Die Polizei äußerte sich am Sonntagabend zurückhaltend zum Motiv. Sie stieß im Internet auf eine 1.500 Seiten lange Hassschrift des Mannes. Der von den Behörden als "christlicher Fundamentalist" eingestufte Mann richtete auf einer winzigen Ferieninsel nahe Oslo ein grauenhaftes Blutbad unter rund 700 jungen Leuten an. Er erschoss auf
einem fröhlichen Jugendtreffen gegen Intoleranz und für ein friedliches Miteinander mindestens 86 Teilnehmer oder trieb sie im Wasser in den Tod. "Jeder lief um sein Leben und hat versucht, wegzuschwimmen", sagte Camp-Organisator Adrian Pracon (21), der das Blutbad mit einer Schussverletzung überlebte. Eine Stunde lang schoss der Attentäter mit einem Schnellfeuergewehr gezielt auf die zunehmend panischen Jugendlichen, die weder von der Insel Utøya fliehen noch auf schnelle Hilfe hoffen konnten. "Es sah aus, als habe er Spaß", sagte Augenzeuge Magnus Stenseth (18).

Obwohl er bereits seit gut einer Stunde um sich geschossen hatte, verfügte er zu dem Zeitpunkt "noch über große Mengen Munition". Das teilte Ermittlungschef Sveinung Sponheim am Sonntag in Oslo mit. Mit ihrem "schnellen und kompetenten Eingreifen" habe die Polizei einen noch weit schlimmeren Ausgang des Massakers verhindert, hieß es weiter seitens der Polizei.

Vor dem Massaker hatte der 32-jährige Norweger im etwa 40 Kilometer entfernten Oslo mit einer selbstgebauten Autobombe Teile der Innenstadt in eine Trümmerlandschaft verwandelt. Mindestens sieben Menschen wurden durch die Wucht der Explosion und Trümmer getötet. Das Büro von Ministerpräsident Stoltenberg wurde völlig verwüstet. Möglicherweise sollte die Explosion die Polizei ablenken. Deutsche waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht unter den Opfern.

"Grausam, aber notwendig"

In einem Geständnis bezeichnete Breivik seine Taten als «grausam, aber notwendig». Keine drei Stunden vor dem ersten Anschlag hatte er ein wirres "Manifest" im Internet abgeschlossen: "Ich glaube, dies wird mein letzter Eintrag sein." Er wolle Europa vor "Marxismus und Islamisierung" retten. In dem Text stufte er "multikulturelle" Kräfte als Feinde ein. Er beschrieb den Bau einer Bombe, erwähnte auch die Jugendorganisation, die das Inselcamp organisiert hat. Niemandem habe
er von seinen Plänen erzählt. Der Mann hat weder Frau noch Kinder. "Er sagt, dass er allein gehandelt hat. Das müssen wir jetzt sehr genau überprüfen", erklärte Sponheim.

Die Beamten fürchteten, dass noch weitere Todesopfer entdeckt werden könnten. Rund um Utøya suchten Spezialisten am Sonntag nach mindestens vier Vermissten. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich erschüttert von den Anschlägen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama verurteilten die Tat ebenso wie die Vereinten Nationen und die Europäische Union

Fotos: Blumen vor dem norwegischen Konsulat