Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Nach Anschlägen in Norwegen

Beratungen über Konsequenzen

Trauer in Norwegen

Die Trauer in Norwegen ist nach den schrecklichen Anschlägen noch immer groß.

Antiterror-Experten aus den EU-Ländern und aus Norwegen kommen in Brüssel zusammen, um über Konsequenzen zu beraten.

Oslo - Antiterror-Experten aus den EU-Ländern und aus Norwegen kommen Donnerstag (28.07.2011) in Brüssel zusammen, um über Konsequenzen aus den Anschlägen in Oslo zu beraten. Dabei soll es unter anderem um eine bessere Zusammenarbeit der Regierungen gehen. Da Norwegen aber kein EU-Mitglied ist, wird es wohl keine verbindlichen Beschlüsse geben.

Unterdessen geht die norwegische Polizei jetzt davon aus, dass der norwegische Massenmörder Breivik ein Einzeltäter ist. Für Breiviks Behauptung, gewaltbereite Komplizen in Norwegen und im Ausland zu haben, fehlt noch immer jeder Beweis. Zugleich wies PST-Chefin Janne Kristiansen Vermutungen von Breiviks Anwalt Geir Lippestadt zurück, der 32-Jährige sei geisteskrank. Dem britischen Sender BBC sagte Kristiansen am Mittwoch in Oslo: "Breivik hat allein gehandelt." Sie begreife ihn "als zurechnungsfähige Person, denn er hat sich für eine sehr lange Zeit auf eine Sache konzentrieren können".

Mehrere norwegische Zeitungen zitierten die Geheimdienstchefin zudem mit der Äußerung: "Dies ist ein einsamer Wolf, der unter alle unsere Radarsysteme schlüpfen konnte."

Der Attentäter hatte offensichtlich in einem Schützenclub trainiert. Der Osloer Pistolenclub teilte auf seiner Internetseite mit, dass Breivik von 2005 bis 2007 und erneut ab Juni 2010 Mitglied gewesen sei. Er habe an 13 Trainingseinheiten mit anderen sowie einem Wettbewerb teilgenommen, hieß es.

"Umfassende Aufarbeitung"

Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat eine "umfassende Aufarbeitung" der Umstände der Anschläge am vergangenen Freitag in Oslo und auf der Insel Utøya angekündigt. Dazu soll auch eine von der Regierung unabhängige Kommission gebildet werden. Vor Auslandsjournalisten sagte der Sozialdemokrat am Mittwoch, diese Zeit sei aber noch nicht gekommen. "Noch geht es darum, die Angehörigen der Opfer zu trösten und den vielen Verletzten beizustehen."

Bei dem Bombenanschlag im Regierungsviertel waren acht Menschen getötet worden. Auf der kleinen Insel erschoss Anders Behring Breivik mit einem Schnellfeuergewehr und einer Pistole 68 meist junge Teilnehmer eines Sommercamps der Arbeiterpartei.