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Radio Hamburg

Atom-Desaster im Japan

Reaktorhülle beschädigt

Nach Regierungsangaben soll erstmals eine innere Hülle beschädigt worden sein.

Fukushima - Die Atomkatastrophe in Japan hat eine neue Dimension erreicht. Bei einer weiteren Explosion im Kernkraftwerk Fukushima wurde nach Regierungsangaben erstmals eine
innere Schutzhülle eines Reaktors beschädigt. Die AKW-Betreibergesellschaft Tepco sprach von einer "sehr schlimmen" Lage. Der Wind drehte tagsüber ins Landesinnere Richtung Süden. In
der Hauptstadt Tokio wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen.

Außerdem klaffen in der Wand von Reaktor 4 zwei acht Quadratmeter große Löcher. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf die Nukleare Sicherheitsagentur des Industrieministeriums. Der Kraftwerkbetreiber Tepco hatte den Behörden die Löcher in der Nordwestwand des Reaktors gemeldet. In dem Reaktor hatte es zwischenzeitlich gebrannt.

Die Werte seien aber kein Risiko für die Gesundheit, teilte das Wissenschaftsministerium nach Berichten der Nachrichtenagentur Kyodo mit. In Tokio wurden geringe Mengen radioaktiver Substanzen gemessen, darunter Cäsium und Jod, wie die Verwaltung der Metropolregion erklärte. In der Präfektur Ibaraki nahe der Region um Fukushima sei die Strahlung 100 Mal höher als normalerweise, teilten die Behörden dort mit. In der Präfektur Kanagawa südlich von Tokio stieg die Belastung auf das zehnfache des Normalwertes. Für einen 30-Kilometer-Radius über den Reaktoren gelte eine Flugverbotszone, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Regierung. Gründe für die Einrichtung der Flugverbotszone wurden zunächst nicht genannt. Die Regierung hatte zuvor ihre Warnungen noch einmal verschärft.

 

Weitere Nachrichten zur Naturkatastrophe und den Auswirkungen in Japan:

Angst vor Atom-GAU in Japan

Kernschmelze: Was ist das?

  • Was heißt Kernschmelze?

    Als Kernschmelze bezeichnet man einen schweren Unfall in einem Kernreaktor, bei dem sich die Brennstäbe im Reaktorkern übermäßig erhitzen, schmelzen und gegebenenfalls ineinanderlaufen. Die Kettenreaktion erfolgt dann „unkontrolliert“. Steht der Reaktordruckbehälter noch unter Druck, kann es bei der Reaktion mit Wasserdampf zu einer Explosion kommen. Dadurch können hochradioaktive Spaltprodukte nach außen dringen und sich in der Umgebung ausbreiten.

  • Wann kann es zu einer Kernschmelze kommen?

    Im ummantelten Brennstab befindet sich der Stoff, der gespalten wird - also Uran oder Plutonium. Zur Kernschmelze kann es kommen, wenn Kühl- und Sicherungssysteme ausfallen. Dies ist in Japan nach dem Erdbeben der Fall gewesen.

  • Wie gefährlich ist eine Kernschmelze?

    Eine Kernschmelze ist sehr gefährlich! Das hochradioaktive Material aus den Brennstäben könnte in das Grundwasser oder bei einer Explosion und Beschädigung des Reaktordruckgefäßes auch in die Atmosphäre gelangen. Das war beim Unglück von Tschernobyl der Fall.

 

Gefahr auch bei uns im Norden?

Vor den Toren Hamburgs stehen mit den AKW Krümmel und Brunsbüttel zwei der ältesten Kraftwerke Deutschlands. Betrieben von E.On und Vattenfall. Krümmel liegt südöstlich von Hamburg an der Elbe und geht Ende März 1984 erstmals an das Stromnetz. Knapp 13 Jahre läuft das AKW, dann, im Juni 2007 gibt es einen Transformatorbrand, das Werk steht knapp 2 Jahre still.
Nach weiteren Zwischenfällen innerhalb von zwei Wochen nach Wiederanfahren gibt es im Juli 2009 eine Reaktorschnellabschaltung wegen einer Störung in einem Maschinentransformator. Seitdem ist das Kernkraftwerk Krümmel wieder abgeschaltet. Kleiner aber nahezu baugleich steht das Kernkraftwerk Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen. Bereits seit 1977 in Betrieb gilt es als eines der störanfälligsten Deutschland. Nachdem im Juni 1978 bei einem durch ein Leck im Leitungssystem verursachten Störfall, innerhalb von zwei Stunden zwei Tonnen radioaktiven Dampfes ins Maschinenhaus austreten, häufen sich die Zwischenfälle in dem AKW. Auch Brunsbüttel ist seit 2007 vollständig abgeschaltet.

Wir haben die Geschäftsführer der Atom-Energiesparten von E.On und Vattenfall eingeladen, weil wir mit ihnen über die Fragen sprechen wollen, die unseren Hörern unter den Nägeln brennen. Beide sehen sich hierzu nicht in der Lage. Die E.ON-Geschäftsführung "schafft das nicht", wie es heisst und die Vattenfalls-Chefs finden die Situation zu unklar.