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Radio Hamburg

Atom-Desaster in Japan

Rauch aus Reaktor 3

Nachdem erneut ein Atomreaktor gebrannt hat, können die Arbeiter wieder zurück auf das Gelände.

Fukushima - Die Lage im Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima in Japan ist vollkommen außer Kontrolle. Nach weiteren Feuern an zwei Reaktoren und einem starken Anstieg der Strahlung mussten sich die Arbeiter am Mittwoch (16.03.2011) zeitweise aus dem Kraftwerk zurückziehen. Danach hatte sich die Lage wieder entspannt, die Arbeiter im Reaktor Eins konnten zurück auf das Gelände. Ein Löscheinsatz war zunächst nahezu unmöglich, der Brand schwelte für Stunden weiter. Die japanische Regierung forderte nun auch im Ausland Hilfe an. Derweil erschütterten weitere Nachbeben das Land. Zeitweise war die Belastung auf eintausend Millisievert gestiegen - das ist das tausendfache dessen, was Menschen hier in Deutschland über ein ganzes Jahr hinweg aufnehmen dürfen. Zuvor hatte es erneut in dem Atomreaktor gebrannt.

 

Am Mittwoch fingen sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 Feuer. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano nach
Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie unaufhörlich dichte Rauchschwaden von der Anlage aufstiegen. Helikopter konnten wegen der Gefahr nicht zum Löschen aufsteigen. Nach Vorhersagen der japanischen Wetterbehörde soll der Wind in den kommenden Stunden Richtung Osten und somit hinaus auf das Meer wehen. Im Großraum Tokio, 260 Kilometer südlich von Fukushima gelegen, geht die Angst vor einer radioaktiven Wolke um. Hinzu kam ein Nachbeben der Stärke 6,0. Das Epizentrum habe rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Tokio gelegen. Eine Tsunamiwarnung gab es zunächst nicht. Davor hatten schon mehrere schwächere Erdstöße den Nordosten des Landes erschüttert.

Hilfe aus EU und den USA erbeten

Japan wandte sich nun auch an die USA. Unterstützung der US-Truppen könnte nötig sein, sagte Edano. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete zudem, dass die Regierung auch dem Einsatz ausländischer Ärzte für die Erdbebenopfer zustimme. Südkorea will einen Teil seiner Reserven des Halbmetalls Bor nach Japan schicken. Damit sollen die schwer beschädigten Atomreaktoren im Kraftwerk stabilisiert werden. Japan hat unterdessen die EU offiziell um Hilfe für die Opfer von Erdbeben und Tsunami gebeten. Laut Kommissionspräsident Barroso werden die europäischen Staaten gemeinsam ein koordiniertes Hilfsangebot machen.
Zunächst fing am Morgen Reaktor 4 Feuer, ausgelöst vermutlich durch eine Wasserstoffexplosion, wie der Sender NHK berichtete. Dort befindet sich das Abkühlbecken außerhalb des
Sicherheitsbehälters, was die Lage besonders prekär macht. Zudem klaffen in der Gebäudewand große Löcher. Auch von Reaktor 3, wo Brennstäbe mit hochgiftigem Plutonium gelagert sind, stieg wenig später Rauch auf. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, dass der Rauch direkt vom Behälter mit den Brennstäben kommen könnte. Auf eine Explosion dort gebe es aber keine Hinweise, sagte Edano auf einer Pressekonferenz.

 

Angst vor Atom-GAU in Japan

Kernschmelze: Was ist das?

  • Was heißt Kernschmelze?

    Als Kernschmelze bezeichnet man einen schweren Unfall in einem Kernreaktor, bei dem sich die Brennstäbe im Reaktorkern übermäßig erhitzen, schmelzen und gegebenenfalls ineinanderlaufen. Die Kettenreaktion erfolgt dann „unkontrolliert“. Steht der Reaktordruckbehälter noch unter Druck, kann es bei der Reaktion mit Wasserdampf zu einer Explosion kommen. Dadurch können hochradioaktive Spaltprodukte nach außen dringen und sich in der Umgebung ausbreiten.

  • Wann kann es zu einer Kernschmelze kommen?

    Im ummantelten Brennstab befindet sich der Stoff, der gespalten wird - also Uran oder Plutonium. Zur Kernschmelze kann es kommen, wenn Kühl- und Sicherungssysteme ausfallen. Dies ist in Japan nach dem Erdbeben der Fall gewesen.

  • Wie gefährlich ist eine Kernschmelze?

    Eine Kernschmelze ist sehr gefährlich! Das hochradioaktive Material aus den Brennstäben könnte in das Grundwasser oder bei einer Explosion und Beschädigung des Reaktordruckgefäßes auch in die Atmosphäre gelangen. Das war beim Unglück von Tschernobyl der Fall.

Berichte aus Japan

Kennen Sie jemanden, der gerade aus Japan zurückgekehrt ist oder sind Sie vielleicht selbst in Japan zur Zeit der Naturkatastrophe gewesen? Dann melden Sie sich bitte bei uns, denn wir möchten gern mit Ihnen über das Erlebte sprechen, um noch genauer die Geschehnisse in Japan verstehen und für all unsere Hörer erklären zu können. Bitte melden Sie sich unter der kostenlosen Hotline 0800/103 6 800. Vielen Dank!