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Radio Hamburg

Jahrhundertkatastrophe in Japan

Kampf gegen Kernschmelze

Vor dem verheerenden Erdbeben soll die Betreiberfirma Tepco im AKW geschlampt haben.

Fukushima - Zehn Tage nach dem Erdbeben und anschließendem Tsunami in Japan ist die Lage in den Notunterkünften weiter angespannt. Wegen des schlechten Wetters hat Ministerpräsident Kan einen geplanten Hubschrauberflug in das Katastrophengebiet abgesagt.
Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung. Mehr als 100 Kilometer entfernt ist in Spinat radioaktives Jod gemessen worden, die Menge überschreitet den Grenzwert um das 27-fache.

Die Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat sich wieder zugespitzt. Alle Arbeiter sind aufgefordert worden, das Gelände umgehend zu verlassen, weil jetzt grauer Rauch aus dem dritten Reaktorblock aufsteigt. Zuvor war vor einigen Stunden weißer Rauch aus dem havarierten Meiler aufgestiegen. Die Gefahr einer Kernschmelze ist also immer noch nicht gebannt oder vielleicht sogar größer als zuletzt gehofft.

Zwar treffen allmählich Hilfsgüter ein und die Reparaturarbeiten unter anderem an den Gas- und Wasserleitungen sind im Gange, doch vielerorts mangelt es an Heizöl und Öfen. Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins setzten die Einsatzkräfte die Kühlung von beschädigten Reaktoren mit Wasserwerfern fort. Feuerwehrmänner und Soldaten der japanischen Streitkräfte besprühten erst den Reaktorblock 3, später dann Block 4. Zur Unterstützung des Einsatzes schickte die Baufirma Chuo Kensetsu aus der Präfektur Mie drei Mitarbeiter mit zwei Spezialfahrzeugen zu der mehrere hundert Kilometer entfernten Anlage. Sie sollen dabei helfen, Wasser auf das beschädigte AKW zu sprühen. Im Reaktorblock 2 richten sich die Bemühungen darauf, nach der Wiederherstellung der Stromversorgung zentrale Funktionen im Kontrollraum in Gang zu bringen: zunächst die Beleuchtung und dann vor allem die reguläre Kühlung des Reaktors und des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Die dafür erforderlichen Arbeiten könnten zwei bis drei Tage dauern, sagte Hidehiko Nishiyama von der Atomsicherheitsbehörde (NISA).
Die Behörden bereiteten den Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen der Streitkräfte vor. Damit sollen in unmittelbarer Umgebung der Reaktorblöcke strahlende Trümmerteile beseitigt werden.

Die Naturkatastrophe vom 11. März ist das größte Unglück in der Geschichte Japans seit dem Zweiten Weltkrieg. Mindestens 8.649 Menschen kamen bei dem Erdbeben der Stärke 9 und dem nachfolgenden Tsunami nach Polizeiangaben ums Leben. 13.262 gelten offiziell als vermisst.

Die Wunder in der Katastrophe

 

Montag, 21.03.2011

16:45 Uhr In japanischen Krisengebieten steigt nach den Havarien im Atomkraftwerk Fukushima die Strahlenbelastung in Lebensmitteln und Trinkwasser. Für vier Präfekturen verhängte die Regierung am Montag ein Lieferverbot für Milch und mehrere Gemüsesorten. Ein komplettes Dorf in der Fukushima-Region darf kein Leitungswasser mehr trinken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist über die Belastung von Lebensmitteln «stark besorgt», wie ein Sprecher in Genf sagte.

15:10 Uhr Schon vor dem verheerenden Erdbeben soll die Betreiberfirma Tepco im Atomkraftwerk Fukushima Eins geschlampt haben. Die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA warf Tepco einige Tage vor der Katastrophe Mängel bei der Inspektion vor. Das hatte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Ende Februar berichtet. Im Atomkraftwerk Fukushima Eins seien insgesamt 33 Geräte und Maschinen nicht ordnungsgemäß überprüft worden. Ähnliche Mängel habe es auch in zwei weiteren Anlagen gegeben.

13:51 Uhr Beim weißen Qualm über dem havarierten Block 2 des Unglückskraftwerks Fukushima Eins handelt es sich wahrscheinlich um Dampf und nicht um Rauch. Das meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. Der Dampf komme vermutlich auch nicht aus dem Abklingbecken. Die genaue Ursache war weiter unklar.

12:30 Uhr Jetzt ist bekannt geworden: Die in Block 3 verwendeten Brennelemente sind besonders gefährlich, weil es sich dabei um Plutonium-Uran-Mischoxide (MOX) handelt. Plutonium ist nicht nur radioaktiv, sondern auch ein hochgiftiger Stoff. Auch im Reaktorkern von Block 3 funktioniert die Kühlung nicht, die innere Reaktorhülle soll nach Regierungsangaben aber noch intakt sein.

9:36 Uhr Über dem havarierten Reaktor 3 des Katastrophen-AKW Fukushima ist wieder grauer Rauch aufgestiegen. Der AKW-Betreiber Tepco evakuierte am Montagnachmittag (Ortszeit) das Gelände und brachte seine Arbeiter in Sicherheit, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Tepco berichtete. Der Rauch wurde demnach kurz vor 16 Uhr an der Südostseite des Reaktors sichtbar. Der Reaktor 3 in Fukushima gilt als besonders gefährlich, weil die Anlage auch Plutonium enthält. Das Kühlsystem ist ausgefallen, die innere Reaktorhülle soll nach Regierungsangaben aber noch intakt sein.

8:29 Uhr In der Nähe des Katastrophenreaktors Fukushima wurden stark erhöhte Werte von radioaktivem Jod im Trinkwasser entdeckt. Die japanische Regierung forderte die Bevölkerung im Dorf Iitate auf, kein Leitungswasser mehr zu trinken. Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Tokio, Messungen in Iitate hätten Werte von 965 Becquerel Jod pro Liter Leitungswasser ergeben. Der Grenzwert liege aber bei 300 Becquerel, heißt es auf der Website des Dorfes Iitate, das innerhalb der 30-Kilometer Zone um das AKW Fukushima liegt.

7 Uhr Zehn Tage nach Erdbeben und Tsunami harren noch 350.000 Menschen in Notunterkünften aus. Zehntausende verbrachten eine weitere Nacht in bitterer Kälte und Regen. Wegen des schlechten Wetters sagte Ministerpräsident Naoto Kan einen geplanten Hubschrauberflug in das Katastrophengebiet am Montag ab.

So hat sich die Jahrhundertkatastrophe in der letzten Woche entwickelt - unser Japan-Ticker.