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Radio Hamburg

17 Monate isoliert

Virtuelle Mars500-Mission beendet

Mars500 Virtuelle Reise zum Mars

Glückliche Gesichter nach dem Öffnen der Luke. 520 Tage waren die sechs Männer eingeschlossen.

17 Monate waren sechs Männer in einem nachgestellten Raumschiff eingeschlossen um eine Reise zum Mars zu simulieren. Jetzt haben sie zum ersten Mal wieder die reale Welt betreten. 

Moskau – 520 Tage war die sechsköpfige Crew im Auftrag der ESA (European Space Agency) in einem nachgestellten Raumschiff eingeschlossen. Am Freitagvormittag (04.11.2011) um 11 Uhr öffnete sich die Luke. Die sechs Männer aus Russland, China, Frankreich und Italien haben seit dem 3. Juni 2010 einen Flug zum Mars simuliert und dabei eine unüberschaubare Anzahl von Experimenten durchgeführt. Als sie das Forschungsmodul endlich verlassen konnten, wurden sie von ihren Familienangehörigen unter heftigem Applaus in Empfang genommen. Die Männer machten einen sehr glücklichen Eindruck, präsentierten sich wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr allerdings nur kurz der Öffentlichkeit.

Abgeschnitten von der Außenwelt

Eine Kommunikation mit Angehörigen war während der Mission nur über Nachrichten (über Internet) möglich. Als Freunde und Verwandte der Crewmitglieder im August im Urlaub waren und somit weniger Nachrichten sendeten, bedeutete das sogar den mentalen Tiefpunkt für einige Mars500-Astronauten. Als der Nachrichtenfluss gegen Ende der Mission jedoch wieder einsetzte, verbesserte sich die Stimmung.

Marsreisen sind möglich

„Die Simulation war sehr wirklichkeitsnah“, so Patrik Sundblad, ESA-Experte für Humanbiologie. Der wichtigste Aspekt war, die virtuelle Reise so realistisch wie möglich zu gestalten. Nur so kann man anschließend sagen, ob Menschen dazu psychologisch in der Lage sind. Patrick Sundblad ist sich sicher, dass Menschen fähig sind, die unvermeidliche Isolation während eines Fluges zum Mars und zurück zu überstehen. Echte Mars-Reisende werden aber zusätzlich mit Herausforderungen konfrontiert. Die Angst, im Notfall nicht das Raumschiff verlassen zu können, spielt dabei eine große Rolle. Das war zum Glück bei der Mars500-Mission nicht gegeben.