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Radio Hamburg

US-Soldaten posieren mit toten Selbstmordattentätern

Nächster US-Skandal in Afghanistan

Washington/Kabul, 18.04.2012
US-Soldat Afghanistan 2012

Der vierte US-Skandal bahnt sich an. Soldaten sollen mit toten Selbstmordattentätern posieren. Die "Los Angeles Times" zeigt Fotos.

Erneuter Skandal bei den US-Truppen in Afghanistan: Amerikanische Soldaten posieren mit toten Selbstmordattentätern.

US-Soldaten haben nach Angaben der "Los Angeles Times" mit Körperteilen toter Selbstmordattentäter in Afghanistan posiert. Damit erschüttert bereits der vierte Skandal seit Jahresbeginn die amerikanischen Truppen am Hindukusch. Die Zeitung veröffentlichte am Mittwoch grausige Bilder, die Männer in Uniform unter anderem mit blutigen abgetrennten Beinen zeigen. Die Fotos sollen aus dem Jahr 2010 stammen.

Pentagon hat Untersuchung eingeleitet

Das Pentagon hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung eingeleitet. Verantwortliche für diese "inhumanen" Handlungen würden zur Rechenschaft gezogen, hieß es in einer Mitteilung weiter. Verteidigungsminister Leon Panetta verurteile das auf den Fotos zu sehende Verhalten. "Diese Bilder spiegeln in keiner Weise die Werte oder den Professionalismus der breiten Mehrheit der US-Truppen wider, die heute in Afghanistan dienen."

Verfall der US-Truppe in Afghanistan

Die "Los Angeles Times" erhielt nach eigenen Angaben die Fotos von einem US-Soldaten, der anonym bleiben und eine Wiederholung derartiger Vorfälle verhindern wolle. Nach Angaben dieses Soldaten zeugten die Fotos von einem "Verfall der Führung und Disziplin", der die Sicherheit der Truppen gefährden könne. Auf einem der Fotos ist ein lächelnder junger US-Soldat zu sehen, hinter dem ein toter Aufständischer mit geöffneten Augen liegt, den ein zweiter Soldat zu halten scheint. Die Zeitung schreibt, auf einem weiteren Bild - das im Internet nicht zu sehen war - würden zwei Soldaten die Hand eines Toten halten, deren Mittelfinger ausgestreckt sei. Neben der Leiche liege ein inoffizieller Aufnäher der Einheit, auf dem "Zombie Hunter" (Zombie-Jäger) aufgedruckt sei.

Die US-Armee in Afghanistan wurde seit Jahresbeginn von einer ganzen Reihe an Skandalen erschüttert: Im Januar tauchte ein Video auf, auf dem amerikanische Soldaten auf tote Taliban-Kämpfer urinierten. Im Februar wurden auf einer US-Basis Koranexemplare verbrannt. Ein US-Soldat ist derzeit angeklagt, bei einem Massaker im März 17 afghanische Zivilisten ermordet zu haben.

Toter Gegner als "Kriegstrophäe"

Im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass eine Gruppe US-Soldaten unbewaffnete Zivilisten ermordet und verstümmelt hatte. Auf Fotos posierten die Soldaten mit ihren "Kriegstrophäen". Die
Skandale haben die Beziehungen zwischen Afghanistan und den USA schwer belastet.

US-Armee war gegen die Veröffentlichung der Fotos

Die "Los Angeles Times" schrieb, die US-Armee habe die Zeitung darum gebeten, die Fotos nicht zu veröffentlichen. Man habe sich aber nach vorsichtiger Abwägung dazu entschieden, eine kleine Auswahl zu veröffentlichen, um unabhängig und unparteiisch über "alle Aspekte der amerikanischen Mission in Afghanistan" zu berichten. Der Kommandeur der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf, US-General John Allen, und der US-Botschafter in Kabul, Ryan Crocker, verurteilten den jüngsten Vorfall am Mittwoch. In einer Mitteilung Allens hieß es: "Die Handlungen der fotografierten Personen vertreten nicht die Politik der Isaf oder der US-Armee."

Nach Isaf-Vorgaben müsse mit sterblichen Überresten von Feinden "so menschenwürdig wie möglich" umgegangen werden. Crocker teilte mit, solche Taten «entehren die Opfer von Hunderttausenden US-Soldaten und Zivilisten», die in Afghanistan gedient hätten.

dpa