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Radio Hamburg

Erster Mensch auf dem Mond

Neil Armstrong nach Herz-OP gestorben

Washington, 26.08.2012
Neil Armstrong, Tod, tot, Herz OP

Armstrongs Familie schrieb in einer Erklärung:"...und wenn Sie das nächste Mal in einer klaren Nacht nach draußen gehen und der Mond zu Ihnen runter lacht, denken Sie an Neil Armstrong und zwinkern Sie ihm zu."

Ein kleiner Schritt von ihm, ein großer für die Menschheit: Neil Armstrong betrat vor 43 Jahren als erster Mensch den Mond. Nun starb der Astronaut nach einer Herzoperation.

Das teilte seine Familie mit. Armstrong hatte sich am 7. August, zwei Tage nach seinem Geburtstag, einer Bypass-Operation unterzogen. Politiker und Forscher zeigten sich tief bewegt vom Tod des Astronauten, der am 21. Juli 1969 als erster Mensch einen anderen Himmelskörper betreten hatte.

Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menscheit

Dabei sprach er die unvergessenen Worte, dass dies ein kleiner Schritt für ihn als Menschen sei, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit. US-Präsident Barack Obama teilte in einer Erklärung mit: "Neil war einer der größten amerikanischen Helden - nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten". "Als er und seine Crew 1969 mit der Apollo 11 gestartet sind, nahmen sie die Sehnsucht einer ganzen Nation mit."

Auf einer Stufe mit Christoph Kolumbus

Auch die Bundesregierung äußerte in einer Mitteilung ihre Trauer "mit dem ganzen amerikanischen Volk um diesen Raumfahrtpionier, der in der Entdeckergeschichte der Menschheit auf einer Stufe mit Christopher Kolumbus steht".

Der Astronaut und Physiker Ulf Merbold, der 1983 nach Sigmund Jähn als zweiter Deutscher ins All geflogen war, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Er war einer der ganz Großen der Menschheitsgeschichte." Armstrong stehe auf einer Stufe mit Entdeckern wie Kolumbus oder Marco Polo. "Ich verliere auch einen guten Freund."

Für immer in den Geschichtsbüchern

Die Nasa zeigte sich betroffen über den Verlust "eines Freundes, Kollegen und wahren amerikanischen Helden". Nasa-Chef Charles Bolden versicherte, der Astronaut werde für immer in den Geschichtsbüchern zu finden sein. Auch der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney, erklärte während einer Wahlkampftour, Armstrong sei "ein wahrer Held".

Ein linker Fuß schrieb Geschichte

Armstrong leitete die Mondlandungsmission von "Apollo 11" und steuerte auch die kleine Mondlandefähre "Eagle". Viele Millionen Menschen in allen Erdteilen saßen 1969 vor dem Fernseher und verfolgten, wie der damals 38-Jährige nahezu 400 000 Kilometer von der Erde entfernt seinen linken Fuß in die wüstenähnliche Landschaft des Mondes setzte.

Zusammen mit Astronaut Edwin "Buzz" Aldrin spazierte Armstrong drei Stunden lang auf dem Mond. Auch Aldrin (82), der zweite Mann auf dem Mond, zeigte sich "tief betroffen" von Armstrongs Tod: "Ich weiß, dass Millionen von Menschen auf der ganzen Welt mit mir um diesen wahren amerikanischen Helden trauern, den besten Piloten, den ich kannte."

Rührende Empfehlung der Familie

Armstrongs Familie in Cincinatti, im Bundesstaat Ohio, hatte in ihrer Mitteilung eine schöne Empfehlung formuliert: "Ehren Sie seinen beispielhaften Dienst, seine Leistung und Bescheidenheit, und wenn Sie das nächste Mal in einer klaren Nacht nach draußen gehen und der Mond zu Ihnen runter lacht, denken Sie an Neil Armstrong und zwinkern Sie ihm zu."

Erster Flug mit sechs Jahren

Neil Alden Armstrong wurde am 5. August 1930 in Wapakoneta (Ohio) geboren. Seinen ersten Flug erlebte er im damals ungewöhnlich jungen Alter von sechs Jahren. Den Pilotenschein hatte Armstrong mit 16 Jahren in der Tasche - früher als den Führerschein. Armstrong diente im Korea-Krieg als Kampfflieger und arbeitete später als Testpilot. Erst beim dritten Anlauf wurde er im September 1962 der Öffentlichkeit als künftiger Raumfahrer der Nasa vorgestellt. Seinen ersten Raumflug absolvierte Armstrong am 12. März 1966 als Kommandant der US-Raumfähre "Gemini 9".

Drei Jahre später ging ein Traum in Erfüllung. Er landete auf dem Mond. Gemeinsam mit Astronaut Aldrin sammelte er Mondgestein und machte historische Aufnahmen. Nach dem Ausscheiden aus der Nasa lehrte Armstrong von 1971 bis 1979 als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati (Ohio).