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Radio Hamburg

Bergungsarbeiten "Costa Concordia"

Suche nach vermissten geht weiter

Costa Concordia, Suche, Ölsperre

Die Suche nach Vermissten geht wieter.

Die Suche nach den Vermissten der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist wieder angelaufen.

Rom - Die Suche nach Vermissten auf dem Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" ist ein Wettlauf gegen die Zeit. In der Region soll schlechteres Wetter aufziehen. Das Schiff liegt laut Behörden weiterhin in unsicherer Lage in einer Untiefe. Bei einer Sturmflut droht es zu sinken.

Nach italienischen Angaben vom Mittwochabend (18.01.2012) wurden noch 21 Menschen vermisst. Eine als vermisst geltende Deutsche hat sich nach Angaben des Zivilschutzes der Provinz Grosseto inzwischen gemeldet. Bisher hat das Unglück elf Tote gefordert. Nach einer ersten Vernehmung äußerte eine Untersuchungsrichterin harsche Kritik am Verhalten des Kapitäns Francesco Schettino. Der 52-Jährige selbst erzählte eine neue Variante des Geschehens in der Unglücksnacht. Demnach fiel er versehentlich in ein Rettungsboot, als er bei der chaotischen Rettungsaktion an Bord strauchelte.

Kapitän hat "Fehler" eingeräumt

Nach Darstellung der Untersuchungsrichterin führte der 52 Jahre alte Kapitän Schettino ein unbesonnenes Manöver durch, als er der Insel Giglio viel zu nah kam. Der Kapitän habe den Schaden am Schiff nach der Kollision mit einem Felsen unterschätzt, teilte das Gericht in Grosseto mit. Als Schettino den Luxusliner verlassen hatte, habe er keinen ernsthaften Versuch unternommen, wieder in die Nähe der "Costa Concordia" zu kommen. Weil keine Fluchtgefahr bestehe, wurde der Kapitän unter Hausarrest gestellt. Sie sehen im folgenden Video, wie dicht der Kapitän mit der "Costa Concordia" an das Ufer gekommen ist. Die genaue Strecke des Kreuzfahrtschiffes sehen sie auf der Karte.

Gestrauchelt und ins Rettungsboot gefallen

Kapitän Schettino hatte vor Gericht Fehler eingeräumt. "Es ist etwas schief gelaufen, denn ich habe zu spät gelenkt", zitierte ihn der "Corriere della Sera. "Ich bin auf Sicht gefahren, denn ich kannte den Meeresboden." Er sei die Route "schon drei- oder viermal abfahren, aber dieser Felsen hat mich überrascht", sagte Schettino. Laut italienischen Medienberichten machte Schettino ein technisches Problem dafür verantwortlich, dass er die Evakuierung an Bord nicht koordiniert hat. "Ich wollte nicht abhauen, sondern habe Passagieren geholfen, ein Rettungsboot ins Wasser zu lassen", sagte er demnach vor der Richterin. Als der Absenkmechanismus blockierte und plötzlich wieder ansprang, "bin ich gestrauchelt und lag plötzlich zusammen mit den Passagieren im Boot". Daraufhin habe er nicht mehr auf das Schiff zurückkehren können.

Der Verteidiger des Kapitäns stellte sich hinter seinen Mandanten: Schettino habe auf ihn nicht den Eindruck gemacht, ein Feigling oder ein Krimineller zu sein, sagte Bruno Leporatti. Dem Kapitän wird mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung vorgeworfen. Ein Gesprächsprotokoll belegt völlig chaotische Rettungsmaßnahmen. Dem 52-Jährigen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft.

Schäden in Millionenhöhe

Das 290 Meter lange Schiff mit mehr als 4.200 Menschen an Bord hatte am Freitagabend nach der Kursänderung des Kapitäns einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war leckgeschlagen. Das Schiff liegt derzeit in starker Schräglage vor der Insel. Auf Versicherer kommen Schäden in Millionenhöhe zu - die genaue Ermittlung der finanziellen Folgen des Unglücks wird sich aber noch hinziehen. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re erwartet Belastungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Das Abpumpen von Öl aus den Tanks des Schiffs wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Nach Angaben der Reederei sollen mindestens 1.900 Tonnen Treibstoff an Bord sein, darunter Schweröl, sagte eine Sprecherin des Havariekommandos in Cuxhaven.