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Radio Hamburg

Zweiter Jahrestag der Tragödie von Duisburg

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Duisburg, 24.07.2012
Gedenken Loveparade-Opfer zweiter Jahrestag 2012

Kerzen, Blumen und weiße Kreuze erinnern in Duisburg an die 21 Toten und 500 Verletzten der Loveparade-Tragödie vom 24. Juli 2010.

Vor zwei Jahren schaute ganz Deutschland, ja die ganze Welt geschockt nach Duisburg. 21 Menschen starben bei der Loveparade-Katastrophe.

Es wird wohl für immer in unserem kollektiven Gedächtnis bleiben. Der 24. Juli 2010, der eigentlich so ausgelassen in Duisburg mit der Loveparade gefeiert werden sollte, wurde zur Tragödie mit einer traurigen Bilanz: 21 Menschen mussten ihr Leben lassen, 500 Menschen wurden bei der entstandenen Massenpanik verletzt. Von der psychischen Folgen ganz zu schweigen.

 

24. Juli 2010 - Erst herrscht ausgelassene Stimmung, dann bricht die Massenpanik auf dem Loveparade-Gelände aus. (Foto: Getty Images)

Nun jährt sich die Loveparade-Katastrophe zum zweiten Mal. Angehörige, Verletzte und Duisburger Bürger gedenken der Opfer und dem erschütternden Ereignis. In der Nacht zum Dienstag fanden sich Trauernde schon am Unglücksort nahe dem Hauptbahnhof ein und entzündeten Kerzen. Für den Dienstagnachmittag ist eine Gedenkveranstaltung in der Innenstadt geplant. Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird in Duisburg erwartet.

Live-Videosequenzen der Massenpanik bei der Loveparade 2010:

Loveparade-Veranstalter veröffentlicht Traueranzeige

In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschien am Dienstag eine Traueranzeige vom "Team der Loveparade", in der es heißt: "Wir bedauern aus tiefstem Herzen das Leid, das den Menschen widerfahren ist. Hätte es die Loveparade nicht gegeben, würden die Menschen noch leben." Der Veranstalter Lopavent hat die früher jährliche Massenparty nach der Duisburger Katastrophe eingestellt. Ermittlungen der Justiz richten sich auch gegen Mitarbeiter von Lopavent.

Aufarbeitung und seelisches Leid

Der Ort der Katastrophe ist ein Mahnmal: Hier flackern Kerzen für die Toten. Ihre Namen stehen auf schlichten Holzkreuzen. Fahnen erinnern daran, dass die jungen Leute, die an dem Unglücksort starben, aus vielen Ländern stammen.
Für den  Verein Loveparade Selbsthilfe ist der Tag auch ein Datum, um auf die schwierige Lage der Hinterbliebenen hinzuweisen. Es fehlten Geld und Informationen von der Staatsanwaltschaft, die die strafrechtliche Seite aufarbeitet. Während den Anwälten der 17 Beschuldigten Akteneinsicht gewährt werde, sei das im Fall der Nebenkläger nicht der Fall. "Nur wenn wir diese bisherige Arbeit kennen, können wir - wenn nötig - Anregungen zu weiteren Ermittlungen geben. Wir haben ein Recht, ebenso gut vorbereitet wie die Beschuldigten unsere Rechte wahrzunehmen", heißt es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung. Zufrieden äußerte sich der Selbsthilfeverein über die bisherigen Soforthilfefonds. Die vom Land unmittelbar aufgelegten Fonds hätten hervorragend gearbeitet. Die Mittel seien aber erschöpft. Der Kampf um Entschädigung sei für viele Betroffene schwierig und belastend geworden. Zahlreiche Verletzte und Traumatisierte bräuchten aber Hilfe bei ihrem Weg zurück ins Leben.

Zeit des Erinnerns

Betroffene können am Dienstagnachmittag am Ort des Dramas in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs der Opfer gedenken. Zudem wird für die Hinterbliebenen ein Gottesdienst und eine gemeinsame "Zeit des Erinnerns" in der Duisburger Salvatorkirche vorbereitet, zu der auch Ersthelfer und Einsatzkräfte eingeladen sind. In die Begleitung zum Jahrestag sind 35 Mitarbeitende der Notfallseelsorge eingebunden, darunter sechs Dolmetscher, die Angehörige aus dem Ausland betreuen. Es war der ausdrückliche Wunsch der Verletzten und Hinterbliebenen, in die Innenstadt zu gehen.
Nach der Trauer am Unglücksort ist am Abend um 20 Uhr eine Gedenkveranstaltung in der Innenstadt geplant. Erstmals wird dabei auch Duisburgs Oberbürgermeister sprechen. Am ersten Jahrestag war der mittlerweile abgewählte Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) unerwünscht gewesen. Er war heftig dafür kritisiert worden, dass er die politische Verantwortung für das Unglück nicht übernehmen wollte. Sein Nachfolger Sören Link (SPD) ist dagegen willkommen.

(dpa/aba)