Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Diskussion über Zurechnungsfähigkeit

Anwalt fordert Freispruch für Mörder Anders Breivik

Oslo, 22.06.2012

Anders Breivik hat 77 Menschen auf dem Gewissen, trotzdem fordert sein Anwalt den Freispruch für seinen Klienten.

Am 22. Juli 2011 tötete Anders Breivik 77 Menschen. Erst zündete er in der Innenstadt von Oslo eine Autobombe, von der acht Menschen getötet wurden. Dann fuhr er zur Insel Utøya, wo er wild um sich schoss und 69 Kinder und Jugendliche tötete. Heute wurden die Abschlussplädoyers gehalten und was da zu hören war, ist unfassbar: Breiviks Anwalt Geir Lippestad fordert den Freispruch für den Mörder. Zumindest möchte Breivik aber im Falle einer Verurteilung als zurechnungsfähig behandelt werden.

Staatsanwaltschaft fordert geschlossene Psychatrie

Die Morde seien grausam, aber notwendig gewesen, hatte Breivik  zuvor gesagt. Er selbst sieht sich als politisch motivierten Terroristen, der die liberale norwegische Gesellschaft „aufklären“ möchte. Deshalb teilt er auch nicht die Meinung der Staatsanwaltschaft, die auf Unzurechnungsfähigkeit und eine Haft in der geschlossenen Psychatrie plädierte. Breivik möchte seine Strafe lieber in einem staatlichen Gefängnis verbringen.

Vertrauen in die norwegische Justiz

Zum Abschluss des Gerichtsverfahrens hatten auch die Opfer noch einmal die Möglichkeit ihr letztes Statement zu halten. Sie sprachen ihr Vertrauen in die norwegische Justiz aus und forderten eine Haft für den Angeklagten. Nach Berichten norwegischer Medien aus dem Gerichtssaal brachen sowohl Zeugen, wie auch eine zuhörende Richterin während der Aussageüber die Tat in Tränen aus.

(dpa/mst)