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Radio Hamburg

Erdbeben, Tsunami, Atom-Katastrophe

11. März: Fukushima-Jahrestag

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr bebte die Erde in Japan mit Stärke 9,0. Es folgte ein Tsunami, dann die Atom-Katastrophe in Fukushima.

Tokio, 10.03.2012

Mit einer Gedenkzeremonie und vereinzelten Demonstrationen gegen die Atomenergie begehen die Japaner an diesem Sonntag den ersten Jahrestag der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe vom 11. März 2011. Um 14:46 Uhr Ortszeit (06.46 MEZ) legen vor allem die Menschen in den vom Tsunami verwüsteten Küstengebieten im Nordosten des Inselreiches eine Schweigeminute für die mehr als 15.800 Todesopfer ein; mehr als 3.000 Menschen werden auch ein Jahr danach noch immer vermisst.

Der Katastrophentag 11. März 2011 gehört zu jenen Daten, die lange Zeit im kollektiven Gedächtnis der Menschheit verankert bleiben.

Die Katastrophe von Fukushima: Ein Überblick

Schlimmste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg

Mit grausamer Wucht trifft die Naturgewalt den Norden Japans: eine halbe Stunde nach dem Erdbeben erreicht ein Tsunami das Festland. Er begräbt Hunderte Kilometer Küste unter sich. Bis zu 15 Meter hohe Flutwellen hatten ganze Städte und Dörfer verwüstet. 115.000 Gebäude entlang des 400 Kilometer langen Küstenstreifens wurden vollständig zerstört. Mehr als 340.000 Menschen mussten in Folge der Katastrophe ihre Heimat verlassen. Mehr als 87.000 Menschen flohen vor der Gefahr einer Verstrahlung durch das vom Tsunami zerstörte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi. Nachdem das Kühlsystem im AKW Fukushima ausfiel, kam es zu mehreren Explosionen. Die Wände der Reaktoren 1, 2, 3 und 4 wurden dadurch beschädigt. Zudem ereigneten sich Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3. Radioaktivität trat in hohen Mengen in die Umwelt aus.

Noch heute leben viele von ihnen in einer der 53.000 Containerwohnungen, die in den Unglücksgebieten gebaut wurden - ohne zu wissen, wie es weitergeht. Weite Gebiete nahe der Atomruine sind so verstrahlt, dass eine Rückkehr der Menschen als höchst ungewiss gilt.

Noch immer tritt Radioaktivität aus

Es dauerte Monate, ehe die japanische Regierung zugab, dass es in drei Reaktoren zu Kernschmelzen gekommen war. Durch die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl kam allerdings niemand ums Leben. Inzwischen haben die Reaktoren nach Darstellung der Regierung einen Zustand der Kaltabschaltung erreicht und sind unter Kontrolle. Das bedeutet aber nicht, dass keine Radioaktivität mehr austritt. Laut Experten handelt es sich aber um Millionstel von dem, was schon in die Umwelt gelangte. Die Umweltorganisation Greenpeace misst im Großraum Fukushima City nach eigenen Angaben immer noch stark erhöhte Radioaktivität. Die Strahlendosis habe stellenweise bei 40 beziehungsweise 70 Mikrosievert pro Stunde gelegen, teilte die Organisation am Freitag mit. Diese Werte überschritten die dort ursprünglich gemessene natürliche Strahlung um das 1000fache. Experten hätten an mehreren Stellen starke Konzentrationen von Cäsium 137 festgestellt, die gesundheitsgefährdend seien. Frühestens in zehn Jahren kann damit begonnen worden, die Reaktoren zu entkernen. Schätzungen zufolge dürfte der vollständige Rückbau des Atomkraftwerks etwa 30 bis 40 Jahre dauern.

Merkel verteidigt Atomausstieg in Deutschland

Ein Jahr nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland verteidigt. "Wir haben doch in einem hoch entwickelten Industrieland gesehen, dass Risiken aufgetreten sind, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Das hat mich davon überzeugt, dass wir den Ausstieg beschleunigen sollten", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten Video-Botschaft im Internet. Die Energieversorgung lasse sich durch andere Energieträger sicherstellen.

Die Katastrophe von Fukushima vor einem Jahr  hat in der deutschen Politik ein radikales Umdenken ausgelöst. Bis  2022 sollen alle Atomkraftwerke vom Netz gehen. Auch in Japan, wo 55  statt wie in Deutschland 17 Meiler stehen, wird mittlerweile über  einen Atomausstieg nachgedacht.