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Radio Hamburg

Folter und Misshandlung

Deutsche in Bosnien wie Sklavin gehalten

Tuzla/Belgrad , 29.05.2012

Eine heute 19 Jahre alte Deutsche ist in Bosnien jahrelang von ihrem Stiefvater und dessen Familie gequält und misshandelt worden.

Die junge Frau mit dem wahrscheinlichen Vornamen Karla sei am 17. Mai völlig abgemagert und mit Spuren von Verletzungen am ganzen Körper in einem Wald im Nordosten des Landes gefunden worden, berichtete die Staatsanwaltschaft am Wochenende in Tuzla.

Mädchen wie Sklavin gehalten

Vor acht Jahren sei das Mädchen von seiner eigenen Mutter seinem heute 52-jährigen Stiefvater in der Gemeinde Gojcin bei Kalesija überlassen worden, der Karla gemeinsam mit Verwandten grausam gequält habe, sagte Staatsanwältin Gordana Tadic. Der Stiefvater habe Karlas deutsche Mutter geheiratet, obwohl er bereits mit einer Bosnierin verheiratet war. Die Behörden haben das Peinigerpaar verhaftet und das geschundene Mädchen in ein Frauenhaus in Tuzla gebracht. Nach Darstellung von Nachbarn musste das Mädchen im Viehstall schlafen und Schweinefutter essen, um nicht zu verhungern. Täglich habe es Prügel gegeben. Karla sei auch mit einem Messer im Gesicht verletzt worden. Sie sei wie eine Sklavin behandelt worden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

Ihre Mutter habe von den Misshandlungen gewusst, aber aus Angst geschwiegen. Die Frau sei in Gojcin gewesen, als Karla befreit wurde. Ihr sei bis zur Klärung des Falls ihr deutscher Reisepass abgenommen worden.

Polizei glaubte Nachbarn zuerst nicht

Mehrere Nachbarn gaben an, das Mädchen sei von zahlreichen Verwandten immer wieder sexuell missbraucht worden. Demgegenüber sagte die Staatsanwaltschaft, das sei bisher nicht nachgewiesen. Die Medien in Bosnien zeigten sich geschockt und fassungslos über die "Horrorgeschichte", die erst von einem Nachbarn beendet wurde. Obwohl dieser die Polizei wiederholt auf das Leiden von Karla hingewiesen hatte, glaubten die Beamten ihm die Existenz des Mädchens erst, als er schließlich ein Foto vorlegte.

(dpa/lhö)