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Radio Hamburg

Heftige Erdstöße

Erdbeben in Bulgarien

Sofia, 22.05.2012
Erdbeben in Bulgarien - Mai 2012

Das Epizentrum des Erdbebens habe etwa 25 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia bei der Kleinstadt Pernik gelegen.

Zwei Tage nach dem schweren Beben in Italien ist auch Bulgarien am frühen Dienstagmorgen von heftigen Erdstößen erschüttert worden.

Am Wochenende forderte ein Erdbeben in Italien sieben Menschenleben. Nun werden die Menschen in Bulgarien von schweren Erdstößen in Angst und Schrecken versetzt. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, erreichte das Beben eine Stärke von 5,9 bis 6; die US-Erdbebenwarte USGS gab sie zunächst mit 5,8 an, später mit 5,6. Das Epizentrum habe etwa 25 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia bei der Kleinstadt Pernik gelegen, hieß es im Rundfunk. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Mehrere Menschen hätten aber wegen Nervenzusammenbrüchen behandelt werden müssen.

Risse an Gebäuden

Das Beben war im gesamten Westen und Südwesten des Landes zu spüren. Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt. An einigen Gebäuden hätten sich Risse gebildet. Außerdem seien mehrere Schornsteine eingestürzt, meldete der Rundfunk. Es gab mehrere teils heftige Nachbeben. Die Menschen in der Hauptstadt wurden von dem Beben um kurz nach 3 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Gegenstände seien von Wänden und aus Regalen auf den Boden gefallen, berichtete die Korrespondentin der Nachrichtenagentur dpa. Vielfach seien die Menschen trotz starken Regens nur leicht bekleidet und in Panik aus ihren Häusern ins Freie gestürmt. Zeitweise fielen Strom und Internet aus.

Kein Zusammenhang zwischen den Beben

Obwohl Bulgarien in einem Erdbebengebiet liegt, sind starke Beben dort eher selten. Vor knapp drei Jahren war die im Osten des Landes gelegene Schwarzmeerregion von einem Beben der Stärke 4,7 erschüttert worden. Das Epizentrum lag damals im benachbarten Rumänien. Am Wochenende hatte ein Erdbeben der Stärke 6,0 im Nordosten Italiens mindestens sieben Menschenleben gefordert. Etwa 4.500 Menschen wurden obdachlos. Nach Angaben des bulgarischen Seismologischen Instituts gibt es aber keinen Zusammenhang zwischen beiden Beben.

(dpa/lhö)