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Radio Hamburg

Mindestens 20 Menschen verletzt

Bombenanschlag auf Bus in Tel Aviv

Tel Aviv/Gaza/Jerusalem, 21.11.2012
Anschlag auf Bus Tel Aviv

Auf diesen Bus (links oben im Bild) ist ein Bombenanschlag verübt worden.

Bei einem Bombenanschlag auf einen Stadtbus im Zentrum von Tel Aviv wurden nach israelischen Polizeiangaben mindestens 20 Menschen verletzt.

Die intensiven Bemühungen um Entspannung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen haben einen herben Rückschlag erlitten. Bei einem Bombenanschlag auf einen Stadtbus im Zentrum von Tel Aviv wurden am Mittwoch nach israelischen Polizeiangaben mindestens 20 Menschen verletzt. Die radikal-islamische Hamas begrüßte die Tat.

Sprengsatz wurde in den Bus geschleudert

Es war der erste Bombenanschlag in Tel Aviv seit 2006. Im Fernsehen war zu sehen, wie dichter Qualm aus dem Fahrzeug drang. Die Scheiben waren teilweise zersplittert. Der Ort des Anschlags wurde weiträumig abgeriegelt, Dutzende Krankenwagen rasten durch die Stadt, Hubschrauber überflogen die Gegend. Die Behörden sprachen von mindestens 20 Verletzten. Mindestens ein Unbekannter hatte nach ersten Angaben der Polizei einen Sprengsatz in den Bus geschleudert und dann die Flucht ergriffen. Ein zweiter Mann sei festgenommen worden, berichteten Medien.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas begrüßte allerdings die Tat. "Wir gratulieren unserem Volk zu dieser heldenhaften Tat", hieß es in einer Mitteilung, die am Mittwoch über die Lautsprecher von Moscheen im Gazastreifen verlesen wurde. Es handele sich um eine "natürliche Reaktion" auf die Tötung von Zivilisten durch die israelische Luftwaffe, hieß es im Hamas-Fernsehsender.

Der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, verurteilte den Anschlag. "Einmal mehr haben Terroristen bewusst unschuldige Menschen in Israel ins Visier genommen", sagte er. Nach den Raketenangriffen werde nunmehr versucht, "mit den Methoden der palästinensischen Intifada» unschuldige Zivilisten zu ermorden. Bis zu dem Anschlag hatte es Hoffnungen gegeben, dass ein bereits am Vorabend erwarteter Durchbruch bei den Bemühungen um ein Ende der Gewalt doch noch zustande kommen könnte.

Vermittler wie US-Außenministerin Hillary Clinton und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon versuchten, eine Feuerpause zwischen den verfeindeten Seiten auszuhandeln.  Unterdessen gingen die israelischen Angriffe im Gazastreifen mit unverminderter Härte weiter. Auch militante Palästinenser feuerten wieder Raketen auf Israel ab.

Zahl der Toten weiter gestiegen

Die Opferzahl stieg vor allem im Gazastreifen weiter. Die Zahl der Toten in der Enklave am Mittelmeer erhöhte sich auf rund 140. Mehr als 1.000 Menschen erlitten seit Beginn der Feindseligkeiten am Mittwoch vergangener Woche Verletzungen. Medikamente in Krankenhäusern gingen zur Neige, die Preise für Lebensmittel stiegen schnell. In Israel starben durch palästinensische Raketen im gleichen Zeitraum fünf Menschen, 80 wurden verletzt. 

Bestätigt: Iran unterstützt Hamas

Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani bestätigte am Mittwoch zum ersten Mal, dass sein Land der Hamas militärische Hilfe leiste und darauf "stolz" sei. "Die arabischen Länder veranstalten Konferenzen und reden nur, aber sie müssen wissen, dass die Palästinenser dies nicht brauchen. (...) Wir sind daher stolz zu verkünden, dass unsere Hilfe für Hamas finanziell und militärisch ist", sagte Laridschani nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Die iranische Regierung hat bis jetzt stets behauptet, dass Teheran die Hamas und Palästina nur politisch und nicht militärisch unterstütze.

 

(dpa/aba)