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Radio Hamburg

Dammbruch, Brände, Stromausfall

Monstersturm "Sandy" und die Folgen

New York, 30.10.2012
Hurrikan Sandy - Stromausfall in New York

Alles dunkel: Hurrikan "Sandy" ist am Montag auf die Ostküste der USA getroffen und hat in New York für Stromausfälle gesorgt.

Der Wirbelsturm "Sandy" ist mit voller Wucht auf die Ostküste der USA geprallt.

 

Alptraum-Nacht an der US-Ostküste: Der Wirbelsturm "Sandy" hat die Ostküste der USA mit voller Wucht getroffen und etliche Menschen getötet. Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN starben in Folge des Monstersturms mehr als ein Dutzend Menschen, unter ihnen mehrere Kinder. In vielen Küstenabschnitten kam es zu katastrophenartigen Zuständen mit sintflutartigen Regenfällen und Überflutungen. Rund drei Millionen Menschen waren von der Stromversorgung abgeschnitten. In der Nähe von New York wurden zwei Kinder in einem Haus von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Nach Angaben der Behörden spielten die beiden im ersten Stock des Hauses im Landkreis Westchester, als der große Ast das Dach durchschlug und die Kinder unter sich begrub. Ihr Alter wird mit "unter 14" Jahren angegeben.

Brände in Queen und Damm in New Jersey gebrochen

In New York hielten Brände die Einsatzkräfte zeitweise in Atem. Mehr als 50 Häuser wurden im Bezirk Queens von den Flammen zerstört, wie die New Yorker Feuerwehr über den Kurznachrichtendienst Twitter am Dienstag mitteilte. Die Ursache der Feuer war unklar. Im Bundesstaat New Jersey brach CNN zufolge ein Damm. Hunderte Menschen wurden dort in Sicherheit gebracht.

 

Übersicht: Wichtige Webcams an der Ostküste

Webcam: Blick auf New York vom Times-Building

Webcam: Blick auf den New Yorker Hafen

 

 

Ausnahmezustand in New York, Washington und Philadelphia

Auch im New Yorker Stadtteil Queens durchschlug ein Ast das Dach eines Holzhauses und tötete einen 29-jährigen Mann. Das öffentliche Leben in Millionenmetropolen wie New York, Washington und Philadelphia kam zum Erliegen. Die Nahverkehrssysteme sowie Schulen, Behörden, Theater, Büchereien, Parks und zahlreiche Restaurants und Geschäfte blieben vielerorts geschlossen. Auch die Vereinten Nationen und die Wall Street waren zu. In der Nacht des Wirbelsturms "Sandy" hat es in einem New Yorker Umspannwerk eine Explosion gegeben. Bilder zeigten einen gewaltigen Feuerball aus der Anlage in der Lower East Side von Manhattan am späten Montagabend (Ortszeit).

Von Verletzten wurde zunächst nichts bekannt. Auch Berichte über eingeschlossene Arbeiter bestätigte der Stromversorger ConEdison nicht. Der Unfall verschärfte die Lage in Manhattan nach zahlreichen Stromausfällen weiter. Mindestens 660.000 Menschen waren ohne Strom, nachdem der Wirbelsturm «Sandy» über New York hinweggezogen war. Teilweise war der Strom vorsorglich abgestellt worden, zumeist versagte aber das Netz oder wurde durch umgestürzte Bäume unterbrochen. Allein die Explosion, deren Ursache zunächst unklar war, schnitt 250 000 Menschen vom Strom ab. In den Medien wurde spekuliert, dass die Detonation in dem Umspannwerk ein Sturmfolge sein dürfte.

Hochwasser in New York

In der US-Metropole New York strömt das Hochwasser auch in die U-Bahn-Schächte. Der Fernsehsender CNN zeigte am Montagabend (Ortszeit) einen überschwemmten Metro-Eingang. Die Verkehrsbehörde MTA bestätigte erste Berichte, wonach die Tunnel unter dem East River betroffen seien. Man wisse aber noch nicht, wie hoch das Wasser unter der Erde angestiegen sei, hieß es. Andere Sender berichteten, dass das Wasser 1,20 Meter hoch in den Tunneln stehe. Der Battery-Tunnel, Nordamerikas längster Straßentunnel, lief ebenfalls voll Wasser. Er liegt unter dem East River und verbindet den Stadtteil Manhattan über drei Kilometer mit Brooklyn. Auch am Ground Zero, wo einst die Türme des World Trade Centers standen, strömte Wasser in eine Baugrube.

Rechtzeitig vor dem aufkommenden Sturm war der U-Bahn-Verkehr auf unbestimmte Zeit eingestellt worden. Die Verkehrsbehörde MTA dementierte Spekulationen, wonach es mindestens eine Woche dauern werde, bis die Metro wieder fahren könne. "Diese Gerüchte sind falsch. MTA kann den Schaden nicht vor Dienstag abschätzen. Es ist zu früh, um einen Zeitplan für die Wiedereröffnung zu nennen", teilte das Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Experten befürchten, dass das einströmende Salzwasser unter anderem das Signalsystem der Untergrundbahn erheblich beschädigen wird.

Nach entsprechenden Wetterprognosen war neben dem Brooklyn-Battery Tunnel bereits am Montagnachmittag (Ortszeit) auch der Holland Tunnel geschlossen worden. Er verläut unter dem Hudson River und verbindet Manhattan mit New Jersey. Beides sind Verkehrs-Nadelöhre in der Millionen-Metropole.

Alarm in Atomkraftwerk

Im Atomkraftwerk Oyster Creek südlich von New York wurde wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels Alarm ausgelöst worden, teilte die US-Atomaufsichtsbehörde NRC am späten Montagabend (Ortszeit) mit. Das Kraftwerk im Bundesstaat New Jersey sei zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen. Wind, Sturmflut und Regen hätten das Wasser zunächst stark anschwellen lassen. In den folgenden Stunden sollte es aber rasch ablaufen, hieß es. Oyster Creek ist seit 1969 am Netz und das älteste laufende Atomkraftwerk der USA.

Schwere Schäden in Atlantic City

Nach Angaben des US-Hurricane Centers erreichte das Auge von Zyklon "Sandy" am Montagabend (Ortszeit) im Bundesstaat New Jersey in nahe der Spielermetropole Atlantic City die Küste. Teile der Strandpromenade wurden beschädigt. Dann wirbelte der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde an der US-Ostküste entlang. Wetterexperten befürchteten, dass er im Nordosten auf einen Wintersturm treffen könnte. Diese Kombination könnte zum schwersten Unwetter seit Jahrzehnten führen. In New York knickte der Ausleger eines Baukrans ein und die Fassade eines mehrstöckigen Hauses krachte zusammen. Feuerwehr und Polizei mussten immer wieder zu Notfällen ausrücken. Die meisten Brücken und Tunnel waren geschlossen. In das U-Bahnsystem der Stadt drang Wasser ein. Fast 400 000 Menschen in tiefer gelegenen Gebieten der Metropole hatten zuvor ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen.

Tausende Flüge gestrichen

Tausende Flüge an die US-Ostküste - auch von und nach Deutschland - wurden gestrichen. Der Sturm wirkte sich auch bereits auf den Endspurt zur US-Wahl am 6. November aus. Sowohl Präsident Barack Obama als auch sein Herausforderer Mitt Romney sagten mehrere Termine ab. Obama kehrte von einer Wahlkampftour in Florida nach Washington zurück und rief die Bevölkerung eindringlich dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Dies wird ein großer und mächtiger Sturm", warnte er im Weißen Haus. Er machte aber auch Mut: "Wir werden das zusammen überstehen." Obama rief für Washington und New York sowie für die Bundesstaaten Maryland, Massachusetts und Delaware den Notstand aus.

Schäden von mehreren Milliarden Euro

Die Sturmschäden könnten sich nach Ansicht von Fachleuten auf etwa drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) belaufen. Insgesamt könnten rund 60 Millionen Menschen die Auswirkungen "Sandys" zu spüren bekommen, schätzte der Energieversorger National Grid. Die Schiffe der Navy, die im Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, wurden verlegt. 61 000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken. «Sandy» hatte bereits auf ihrem Weg durch die Karibik nach jüngsten Angaben 67 Menschen in den Tod gerissen.

(dpa/lhö)