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Radio Hamburg

Blutige Proteste

Chaos in Ägypten - Hunderte Tote

Kairo/Berlin, 15.08.2013
Unruhen in Ägypten

Ägypten rutscht nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Anhängern der Muslimbrüder in Chaos und Gewalt.

Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Islamisten kündigen die Muslimbrüder neue Proteste an. Die Gewalt nimmt kein Ende.

In Ägypten herrschen nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Anhängern der Muslimbrüder Chaos und Gewalt. Die Islamisten wollen ihre Proteste gegen die Absetzung von Präsident Mohammed Mursi nach den Freitagsgebeten weiter fortsetzen. Die Angriffe von Extremisten auf Polizeiwachen und christliche Kirchen gingen auch heute weiter.

Viele Tote gemeldet

Die blutigen Unruhen in Ägypten haben bisher 421 Menschen das Leben gekostet. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Mohammed Fathalla, sagte am Donnerstag, alleine 137 Menschen seien am Mittwoch während der Räumung des Protestlagers der Islamisten an der Rabea-al-Adawija-Moschee in Kairo getötet worden. In dem ebenfalls geräumten Protestlager auf dem Al-Nahdha-Platz in Giza zählten die Gesundheitsbehörden 57 Tote.

Die restlichen Todesfälle verteilen sich auf mehrere Provinzen. Dort hatten Anhänger des vom Militär entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi Polizeiwachen, Verwaltungsgebäude und christliche Einrichtungen attackiert. Wie das Nachrichtenportal "youm7" unter Berufung auf das Ministerium meldete, wurden 3572 Menschen verletzt, von denen 3106 am Donnerstag noch in Behandlung waren.

Bundesaußenminister Westerwelle verurteilt die Gewalt

Unterdessen hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) den ägyptischen Botschafter ins Auswärtige Amt in Berlin einbestellen lassen. Damit wolle er der ägyptischen Regierung noch einmal sehr deutlich machen, dass das Blutvergießen ein Ende haben müsse, sagte Westerwelle am Donnerstag bei seinem Besuch in Tunesien. "Ich verurteile den Einsatz der Gewalt zur Räumung der Plätze am gestrigen Tage in Ägypten mit großem Nachdruck", sagte Westerwelle. "Es darf keine Spirale der Eskalation der Gewalt jetzt beginnen."

Westerwelle kündigte Konsequenzen aus der blutigen Räumung von Protestlagern der Islamisten mit Hunderten Toten an. Dazu liefen derzeit internationale Abstimmungen. "Wir sind zunächst einmal in einem engen Abstimmungsprozess mit unseren europäischen Partnern", sagte Westerwelle. Es werde aber auch mit den USA und den arabischen Staaten einen Austausch dazu geben. In Frankreich hatte in einer ungewöhnlichen Geste Präsident François Hollande persönlich den ägyptischen Botschafter zu sich einbestellt.

Touristen bleiben fern

Die Lage in Ägypten eskaliert und das bekommen auch die großen deutschen Reiseveranstalter zu spüren. Die Nachfrage für das nordafrikanische Land ist teilweise spürbar zurückgegangen. So liegen die Buchungen beim Marktführer Tui Deutschland in der Sommersaison einstellig unter dem Vorjahresniveau, wie das Unternehmen am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Tui-Vorstandschef Friedrich Joussen hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass man bereits Kapazitäten in Ägypten abbaue. Bei DER Touristik Köln liegen die Buchungen nach Angaben von Sprecherin Anne Schmidt weit unter dem normalen Niveau. "Es gibt noch eine Nachfrage, diese ist jedoch sehr schwach."

Der Veranstalter FTI aus München hat im laufenden Sommergeschäft noch ein zweistelliges Plus verzeichnet. Die Neubuchungen für den Winter sind laut Sprecher Christian Müller jedoch zurückgegangen. Alltours-Sprecherin Alexandra Hoffmann berichtete von rückläufigen Zahlen sowohl für den Sommer als auch für die anstehende Wintersaison. Weit entfernt sind die Buchungszahlen fast überall vom Niveau aus der Zeit vor dem arabischen Frühling. "Ägypten hat sich noch nicht von der Revolution erholt", sagte Mathias Brandes, Sprecher von Thomas Cook und Neckermann. Seit den jüngsten Unruhen seien die Buchungszahlen auch bei dem Veranstalter aus Oberursel noch einmal zurückgegangen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) berichtet von vermehrten Anfragen der Kunden bei den Veranstaltern. "Es gibt jedoch keine Storno- oder Umbuchungswelle", sagte Sprecherin Sibylle Zeuch.

Reisewarnung

Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Ägypten, insbesondere nach Kairo, in die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor, Assuan, Nilkreuzfahrten) und in das Nildelta dringend ab. Für die Touristengebiete am Roten Meer auf der Festlandseite Ägyptens und auf dem Sinai im Küstenstreifen zwischen Sharm-El-Sheikh und Nuweiba gilt dies derzeit noch nicht. Weitere Informationen finden Sie hier . (dpa/apr)

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