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Radio Hamburg

Gefangen im Eis

Schiff steckt seit Weihnachten fest

Sydney , 28.12.2013

Noch ist keine Rettung in Sicht. Gefangen vom Polareis müssen die Wissenschaftler und Touristen weiter ausharren.

Nach vier Tagen eingeschlossen im Polareis sehen Wissenschaftler und Touristen die Rettung am Horizont. Doch das Eis ist zu dick.

Gefangen vom Polareis müssen Wissenschaftler und Touristen an Bord eines Expeditionsschiffs weiter auf Rettung warten. Der chinesische Eisbrecher "Snow Dragon" schaffte es nur bis auf Sichtweite zur "MV Akademik Shokalskiy". Auf den letzten Kilometern konnte er das Eis aber nicht durchbrechen. Rettung kommt frühestens am Sonntag.

Ausreichend Lebensmittel an Bord

"Wir haben jede Menge Brennstoff und frisches Essen für zwei Wochen an Bord", versicherte Expeditionsleiter Chris Turney am Samstag (28.12) per Video. Alle Hoffnung lag nun auf dem australischen Versorgungsschiff "Aurora Australis". Es kann die Region 2.800 Kilometer südlich der australischen Stadt Hobart aber frühestens am Sonntagabend erreichen, teilte die australische Behörde für Seesicherheit mit.

Chinesen sind sechs Kilometer entfernt

Die Chinesen, die nur gut sechs Kilometer entfernt sind, wollten in der Nähe bleiben, sagte Amsa-Sprecherin Lisa Martin. Sie haben Hubschrauber an Bord. Wenn alle Stricke reißen, könnten Besatzung und Passagiere der "Shokalskiy" damit gerettet werden. "Wenn die "Aurora Australis" nicht durchkommt, werden wir wohl eine Rettung aus der Luft ins Auge fassen", sagte Martin. Ein drittes Schiff, das zunächst zur Hilfe geeilt war, gab seinen Rettungsversuch am Samstag ebenfalls auf. Die Behörde sah keine Chance, dass die "L'Astrobe" den Durchbruch schaffen könnte, wo der chinesische Eisbrecher versagte.

Auf Mawsons Spuren

Turney ist auf den Spuren des Polarforschers Douglas Mawson unterwegs, der die Region vor 100 Jahren erkundete. Unter den 74 Menschen an Bord sind 26 Touristen, die die fünfwöchige Expedition begleiten. Turney versicherte erneut, dass die Stimmung an Bord hervorragend sei. Die Wissenschaftler setzten unterdessen ihre Messungen etwa von Temperatur und Salzgehalt durch Eisspalten rund um die "Shokalskiy" fort.

Das Schiff war schon auf dem Rückweg nach Neuseeland, als sich das Wetter am Heiligabend plötzlich änderte und scharfer Ostwind dickes Eis in die Bucht trieb. Am ersten Weihnachtstag gab es kein Fortkommen mehr. "Wenn sich das Wetter erneut wendet, könnten sich auch neue Wege aus dem Eis für uns auftun", sagte Turney.

(dpa/fbu)

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