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Radio Hamburg

London

Theaterdecke stürzt während Vorstellung ein

London, 20.12.2013
London, Apollo-Theater, Theater, Deckeneinsturz

Die Londoner Rettungsjräfte waren nach dem Deckeneinsturz im Apollo-Theater schnell vor Ort.

Im historischen Apollo-Theater im Londoner Westend ist am Donnerstagabend mitten während einer Vorstellung ein Teil der Decke eingestürzt.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden knapp 80 Menschen verletzt. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet. Wie es am Donnerstagabend (19.12.) zu dem Unglück in dem mit mehr als 700 Besuchern voll besetzten Theatersaal kam, ist noch unklar.

Mögliche Ursache Wassereinbruch

Expertenteams haben mit der Suche nach der Unfallursache begonnen. In britischen Medien wird spekuliert, ob möglicherweise das Eindringen von Wasser den Einsturz ausgelöst haben könnte. Kurz vor der Vorführung war ein schweres Gewitter niedergegangen. Eine erste Einschätzung der Experten über die mögliche Ursache soll schon am Freitag (20.12.) vorgelegt werden.

Sieben Schwerverletzte nach Deckeneinsturz

Der London Ambulance Service teilte auf seiner Internetseite mit, 76 Menschen seien medizinisch versorgt worden. 58 von ihnen seien in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Der Großteil habe das Gebäude aus eigener Kraft verlassen können. Sieben Menschen hätten allerdings schwerere Verletzungen erlitten. Die Polizei hatte zuvor von fünf Schwerverletzten gesprochen. Nach jüngsten Angaben von Rettungskräften waren am Freitag noch 2 Verletzte im Krankenhaus.

 

"Es ist ein Glück, dass es keine Toten gegeben hat", sagte Nick Harding, Einsatzleiter der Feuerwehr, der BBC. Viele Besucher hätten wegen herumfliegender Steine und herabfallenden Putzes Kopfverletzungen und Schnittwunden erlitten. Wie die Londoner Feuerwehr auf ihrer Internetseite mitteilte, ging ein Teil der Decke nieder. Die Trümmer rissen wiederum Teile der Ränge mit, die ebenfalls auf die Zuschauer stürzten.

Apollo-Theater geräumt

Der Saal des Bühnenhauses an der Shaftesbury Avenue in Londons Theater-Distrikt wurde sofort geräumt. Spezialkräfte suchten nach möglichen Verschütteten. Diejenigen, die festsaßen, hätten aber befreit werden können. Die Erstversorgung der Verletzten erfolgte noch im Foyer und in umliegenden Gebäuden. Die Polizei sperrte die Gegend um das Theater weiträumig ab.

Riesige Staubwolke in Zuschauersaal

Besucher sprachen von einer immensen Staubwolke im Zuschauersaal. Viele dachten zunächst, der Lärm und der Nebel seien Teil der Bühnenshow. "Es gab Panik, und ich hörte Schreie. Ich habe viele schockierte und blutüberströmte Gesichter gesehen", sagte Augenzeuge Simon Usborne der BBC. Die Rettungsdienste seien "extrem schnell" vor Ort gewesen. Die Schauspieler auf der Bühne seien nicht verletzt worden. "Wir hörten ein Krachen in der Decke und dachten, es sei Teil des Theaterstücks", berichtete ein weiterer Augenzeuge. "Die Schauspieler zeigten auf die Decke, dann brach Panik aus." Steine, Gipsputz und Holzteile flogen demnach durch den Raum. Dann sei das Licht ausgegangen und alles wurde in Staub gehüllt.

 

Via Twitter - Cameron dankt Rettungskräften

Der britische Premierminister David Cameron dankte den Rettungskräften via Twitter für ihren raschen Einsatz. Die ersten von ihnen trafen laut London Ambulance Service binnen drei Minuten am Theater ein. Der Notruf ging demnach gegen 20.10 Ortszeit ein. Das Apollo-Theater wurde 1901 eröffnet und 1932 generalsaniert. Das Unglück ereignete sich kurz vor der Pause in dem beliebten Theaterstück "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time" von Mark Haddon. Viele Familien mit Kindern waren unter den Besuchern.

Ende November waren beim Einsturz des Daches eines Supermarktes in der lettischen Hauptstadt Riga 54 Menschen ums Leben gekommen.

(dpa/mgä)