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Radio Hamburg

Eskalation im Atomstreit

Nordkorea bestätigt dritten Atomtest

Seoul, 12.02.2013
Atomtest Nordkorea als Erdbeben spürbar

Die US-Erdbebenwarte hat das Erdbeben aufgrund des Atomtests in Nordkorea aufgezeichnet.

Das kommunistische Nordkorea hat am Dienstag (12.02.) nach eigenen Angaben einen weiteren Atomtest unternommen.

Der dritte Nukleartest sei erfolgreich durchgeführt worden, berichteten die Staatsmedien. Ein Sprecher des Südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstöße registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Südkorea und Japan beriefen ihre nationalen Sicherheitsräte ein.

Erde erzittert nach Atomtest in Nordkorea

Der Atomtest dürfte eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Die Bombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte eine Sprengkraft von 13 bis 16 Kilotonnen.

Nach südkoreanischen Angaben erreichte das "künstliche" Beben in Nordkorea um etwa 12 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) eine Stärke von 4,9. Auch die US-Erdbebenwarte berichtete von einem solchen Beben. In dem Gebiet befindet sich das Atomtestgelände, auf dem Nordkorea bereits 2006 und 2009 unterirdisch nukleare Sprengladungen gezündet hatte.

Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) berichtete ebenfalls von ungewöhnlichen Erdstößen in Nordkorea. "Wir haben ein ungewöhnliches seismisches Ereignis in Nordkorea gemessen", teilte CTBTO-Sprecherin Annika Thunborg am Dienstagmorgen in Wien mit. Die Bezeichnung "ungewöhnliches seismisches Ereignis" wird für möglicherweise von Menschen verursachte Erdstöße verwendet. "Das Ereignis zeigt eine klar explosionstypische Charakteristik und es lag annähernd deckungsgleich mit den Atomtests der DPRK (Nordkorea) von 2006 und 2009", sagte Tibor Toth, Leiter der CTBTO.

 

Welche Konsequenzen drohen jetzt Nordkorea?

Südkorea und die USA hatten dem kommunistischen Land für den Fall eines dritten Tests schwerwiegende Konsequenzen angedroht. Unter anderem wird eine weitere Verschärfung der UN-Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Land nicht ausgeschlossen. Nordkorea hatte einen neuen Atomtest und weitere Raketentests im Januar aus Protest gegen die Ausweitung von UN-Sanktionen angekündigt. Ein Zeitrahmen dafür war aber nicht genannt worden. Der Weltsicherheitsrat hatte mit den verschärften Sanktionen auf einen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember reagiert.

(dpa/aba)

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